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Der Tag war sehr gut

Vielen Dank für eure Unterstützung, im Gebet und das an uns denken oder auch das Chatten während meiner Untersuchungen gestern. Ich möchte euch nun kurz berichten, wie es gestern so lief.

Jahwe selbst wird vor dir herziehen. Er wird mit dir sein, er lässt dich nicht fallen und verlässt dich nicht. Fürchte dich nicht und hab keine Angst.

5. Mose 31:8 NBH

Ja, Gott ist vorausgegangen. Es war wunderbar zu sehen, wie alles passt. Ich bin früher als sonst ins Taxi gestiegen um die Fahrt nach Tübingen zu machen, denn früher zu starten bringt bei mehreren Untersuchungen ein früheres Ende. Diesmal durfte ich endlich mal wieder in ein Bett der Tagesklinik.

Die Knochenmarkpunktion kam für mich viel zu früh und völlig unerwartet. Ich hatte es mir nach der Blutentnahme gerade bequem gemacht, und auf das Frühstück gewartet, da ging’s dann auch schon los. Die diensthabende Ärztin kam rein und sagte mir, da sie ja früher als erwartet da sind fangen wir direkt an. Das schmerzhafteste war die örtliche Betäubung, aber die Schmerzen konnte ich auch gut wegatmen und nach 15-20 Minuten war die Entnahme erledigt. Ich hoffe jetzt, dass diese Probe direkt verwehrtbar ist und ich nicht wie bei den letzten Entnahmen nochmals ran muss.

Dann gab’s endlich Kaffee und Brötchen, Butterbrezel und Obst und ich musste auf dem Sandsack liegen, damit die Wunde nicht nachblutet. Habt ihr schon mal versucht im liegen zu essen. Das macht keinen großen Spaß, aber ich hatte echt Hunger.

Anschließend ging es auch schon direkt weiter zum MRT. Meine schlimmste Untersuchung stand mir bevor, aber ich habe einfach gefragt, ob es nicht sowas wie ein Radio gibt. Und es gibt Radio, alles andere hätte mich auch sehr gewundert, schließlich heißt die Station ja auch Radiologie 😉 . Da ich kurz vorher noch Infusionen bekommen habe, die ziemlich müde machen, konnte ich von den 45-50 Minuten gute 20 Minuten vor mich hin dösen. Damit war das auch erledigt.

Zurück auf der Tagesklinik wird die Antikörpertherapie endlich angehängt und ich habe Zeit zum Ausruhen und zum Reden, mit dem Mann im Nachbarbett, gehabt. Zum Glück für mich hat der Service, der das Essen verteilt noch die einiges von der letzten Runde im Kühlschrank gelassen, so konnten wir auch noch was essen. Wir durften uns über unsere Erkrankungen austauschen und gegenseitig ermutigen. Das tat gut. Ich durfte seine ganz konkreten Fragen nach meiner Hoffnung auf die Ewigkeit bei dem Herrn Jesus ganz frei beantworten. Es war für mich also ein sehr guter Tag. Anstrengend, aber gut. Danke Herr Jesus.

Bis jetzt läuft es ganz gut

Seit Dezember letzten Jahres bin ich nun wieder zu Hause. Ich habe damals die Wiedereingliederung erst unterbrochen und inzwischen abgebrochen. Ich war einige Male richtig krank und musste die aktuelle Therapie auch schon ein paar Mal aussetzen, denn eine Chemotherapie und parallel dazu eine Antibiotikabehandlung ist nicht so sinnvoll.

Ich bin so dankbar für alle Freunde und Bekannten die für uns als Familie und besonders für mich beten. Danke dafür. Ich möchte euch mit dem neuen Beitrag einmal auf den aktuellen Stand bringen.

Aktuell bin ich in einer Phase der Remission, das heißt, dass Niveau der Krebszellen in meinem Körper ist sehr niedrig. Das ist sehr gut und wenn es so bleibt, werde ich sehr alt, wenn Gott das möchte. Die Chemotherapie in Kombination mit der Antikörpertherapie der HD7-Studie dauert inzwischen neun Monate und das merke ich in letzter Zeit deutlich. Den Link zur Studie habe ich am Ende des Beitrages.

Ich bin einmal im Monat in Tübingen zur Kontrolle und Behandlung mit allerlei unterschiedlichen Medikamenten. Die Werte im Blutbild sind richtig gut und darüber sind auch die Ärzte sehr erfreut. Es gibt dahingehend also keine Notwendigkeit irgendwie einzugreifen. Trotzdem bin ich zu Hause und muss mich ausruhen. Die Chemotherapie die ich zur Zeit einnehme, habe ich bereits im September 2020 als Teil der Induktionstherapie bekommen. Damals gab es noch unangenehme Bauchspritzen dazu. Im September 2029 waren es aber „nur“ drei mal sechs Wochen. Mein Körper kämpft immer noch gegen den Krebs und wird jetzt durch die Medikamente und Therapien dabei unterstützt. Das ist richtig gut, denn sonst würde es wahrscheinlich anders aussehen. Heilungschancen gibt es bei dieser Krebsart derzeit nicht, daher ist es auch gut, dass ich mich freiwillig zu der Studie bereit bin, denn nur durch diese Forschungen lassen sich weitere Therapien entwickeln, wenn Gott das möchte. Die ganze Therapie ist aber echt kräftezehrend und ermüdend. Mein Appetit ist nach wie vor ungebrochen und ich habe keine Gewichtsprobleme, wenn ich genügend esse. Es schmeckt mir auch, aber das ist bei mir ja kein Geheimnis.

Eine Pause nach fast anderthalb Jahren Behandlung wäre schön, geht aber nicht. Ich habe aber ein definitives Ende der Therapie, denn ausgesetzte Therapiezyklen werden in dieser Studie nicht nachgeholt. Auf diesen Tag freue ich mich jetzt schon, auch wenn es noch über zwei Jahre dauert.

Wenn Jahwe deine Zuflucht ist, / dann hast du den Höchsten zum Schutz dir erwählt. Psalmen 91:9

Ich weiß, dass ich durch diese Therapie durch muss oder besser gesagt durch darf, denn ohne diese Therapie gäbe es höchstwahrscheinlich ein schnelleres Ende für mich auf dieser Erde. Durch diese Krankheit bin ich jetzt da wo ich bin und zu dem geworden der ich bin.

Beim Schreiben dieses Beitrags ist mir rückblickend neu aufgefallen, dass bei Gott echter Schutz ist und mit Gottes Hilfe so krasse Therapien wie beispielsweise die Hochdosistherapie zu schaffen sind. Vielleicht kann ich in zwei Jahren auch einen (symbolischen) Stein aufstellen, wenn ich meinen Kampf geführt und gewonnen habe, so wie es Samuel aus der Bibel tat, als er die Philister besiegt hatte, zwischenzeitlich die Bundeslade an sie verlor und wieder beschafft hat. Dann hat Samuel den Stein aufgestellt und ihn Eben-Ezer genannt, es bedeutet „Bis hierher hat uns Jahwe geholfen“. Diese spannende Geschichte dazu kann man in Gottes Wort nachlesen. Sie steht im 1. Samuel 4-7.

Aber Gott ist da und immer wenn es mir schlecht geht sage ich es IHM und dann geht’s mir sofort gut. Nein, so ist es nicht. Durch manche Abschnitte muss ich durch, deshalb ist es gut zu wissen, dass Gott immer da ist. ER hat einen Plan und den zieht er durch mit meiner Zustimmung oder ohne. Gott ist keine „Wunschmaschine“ dem ich alle meine Wünsche hinwerfe und er erfüllt sie. Das macht er nicht, weil er mich liebt. Er allein weiß, was gut ist für mich. Wäre Gott so eine Wunschmaschine, dann hätte ich nach der ersten Krebstherapie keine zweite Diagnose bekommen, denn ausgesucht habe ich mir das sicher nicht. Ob ich dankbar bin für meine Krankheit? Schwierige Frage. Ja und nein. Ich bin nicht dankbar für die Krankheit, aber ich bin dankbar, dass Gott mich durch diese Zeit trägt und alles in seiner Hand hält. Dankbarkeit hat für mich nichts damit zu tun, ob ich die Situation so annehme und Gott weiter vertraue, dass er das Beste daraus macht. Es muss mir keine Freude bereiten, was Gott tut. Ich bin Gott aber dankbar für die Therapie, die er schenkt.

HD7-Studie: https://gmmg.info/hd7-studie/

Die aktive Behandlung ist abgeschlossen

Meine Zwei Spritzen mit Stammzellen sind drin. Damit ist die aktive Behandlung abgeschlossen. Yeah! Ab jetzt wird überwacht und bei Komplikationen gegengesteuert. Ich hoffe das alle Komplikationen ausbleiben und ich keine Bluttransfusion brauche oder gar eine Diät.

Vielen Dank für alle eure Gebete und alle tollen Telefonate und das zuhören und Chatten. Jetzt muss ich geduldig sein und warten bis ich wieder unter Menschen kann. Ich darf aber Gott vertrauen, er hat einen Zeitplan und an dem kann ich nicht rütteln.

Heute früh und letzte Nacht ging es mir gar nicht so gut. Ich hatte nachts Übelkeit und Schmerzen. Mit den entsprechenden Medikamenten ging aber auch das auszuhalten. Das Frühstück hat mir hat nicht geschmeckt, aber ich habe es mir rein gezwungen. Versprochen ist versprochen. Ich habe Schmerzen auf der höhe der linken Niere und Verfärbungen. Dafür ist jetzt mal ein Ultraschall und und eine Laboruntersuchung angesetzt. Das möchte der Oberarzt genau wissen.

Gegen 10:30 kam die Prämedikation zur Vorbereitung der Stammzelltransplantation. Da gab es wieder ein Antibrechmittel uns eine größere Ladung Wasser. Ich bin während der Medikation vollkommen eingeschlafen. Ich habe echt nicht erwartet, dass es so anstrengend ist. Ich brauche doch recht viel Ruhe.

Der ganze Prozess war dann doch recht einfach. Die Stammzellen wurden aufgetaut und in riesige Spritzen abgefüllt. Ich habe ein Nimm 2 bekommen, um den Geschmack des Frostschutzmittels zu überdecken. Dann wurden die Spritzen direkt in den VZK gedrückt (keine Ahnung wie da der Fachbegriff ist). Das wars schon. Der Frostschutz schmeckt nach Tomate und wird über die Lungen abgebaut. Es riecht hier für alle anderen sehr streng. Dafür kann ich aber nichts und dagegen kann ich auch nichts machen.

Das Mittagessen nach der Transplantation hingegen war absolute Spitze. Fisch im Vollkornteig, Kartoffelpüree und Tomatensoße und Zuckerschoten 😋. Nur die Grießsuppe war nicht so. Danach habe ich spontan nach einer Cola gefragt. Und ich habe eine eiskalte Coke bekommen. Ist das nicht Spitze? Da frage ich jetzt häufiger.

Der heutige Vers ist wieder aus der hellen Straße von gestern. Der hat mich auch neu bewegt. Den Vers gibts bereits einige Male in meinem Blog.

‚Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und unter Lasten stöhnt! Ich werde euch ausruhen lassen.‘

Matthäus 11:28 NBH

Ich durfte das erfahren und ich möchte euch allen an dieser Stelle nochmals danken für euren Beistand in dem letzten halben Jahr. Ich weiß, dass Gott keine Geste und keinen Gruß und keine Tat unbelohnt lässt. Er sieht jeden von euch. Danke das hier da seid!