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60 Tage nach der Stammzellentransplantation

Heute, am 27.04.2021 bin ich wieder in Tübingen. Es ist der 60. Tag nach der Stammzellentransplantation. Hier findet eine Nachuntersuchung statt.

Danke, dass ihr uns als Familie und im Besonderen mich bis hier her im Gebet getragen habt. Danke für jede Nachricht, jeden Anruf und jede Nachfrage nach meinem aktuellen Zustand.

Heute wurde mir wieder Blut abgenommen. Ich warte jetzt auf das Ergebnis und hoffe natürlich, dass die Blutwerte sich komplett stabilisiert haben. Wenn das Blut in Ordnung ist, geht’s mit der Erhaltungstherapie weiter. Wenn nicht, gibt’s eine weitere Hochdosistherapie oder eine Erhaltungstherapie Das wird dann durch die Ärzte entschieden. Es gibt da gewisse Marker, die entweder nachweisbar sind oder eben nicht. Je nachdem wie das Ergebnis ausfällt, wird dann entschieden. Diese Marker sind leider erst morgen fertig, im Gegensatz zum Rest des Blutbildes. Das kommt heute.

Es geht mir echt gut, ich bin deutlich fitter geworden und ich habe keine Schmerzen. Ab und zu bin ich noch total schlapp. Dieses Gefühl vergeht aber na ja kurzer Zeit wieder. Ich habe deutlich zugenommen und vertrage wieder alles. 😋😋😋. Außerdem wird es Frühling und das freut mich auch sehr.

Es liegt aber alles in Gottes Hand. Natürlich würde ich mich echt riesig freuen, wenn die entsprechenden Marker im Blut nicht mehr nachweisbar wären. Die Hochdosistherapie war echt nicht so prickelnd, aber was sein muss, muss eben sein. Das ist jetzt wieder alles auswendig gelernt, für den Fall, dass wieder eine harte Zeit bevorsteht.

Vertraut für immer auf Jahwe! / Denn Jahwe, Gott , ist ein ewiger Fels!

Jesaja 26:4 NBH

Ich warte und bin weiterhin gespannt. Danke für alle Gebete.

Ziellinie – das Ende in Sicht

Heute ist übrigens Tag 14. Gezählt wird immer am dem Tag der Transfusion beginnend mit 0. Meine Wiedergeburt sozusagen. 🙂

Vielen lieben Dank für eure Gebete und die Ganze Unterstützung. Danke für die treuen regelmäßigen Anrufe, Nachrichten, Mails, Chats oder auch die Post. Das hat mir hier sehr gut getan.

Angefangen hat alles am Montag, 22.02.2021. Es gab einige Aufs und Abs die ich hier geteilt habe. Ich habe natürlich nicht alles geschrieben, dafür fehlte mir häufig die Kraft, die Schreibkraft. 😉

Jetzt steht aber wieder ein neues Ziel. Wenn sich meine Blutwerte und mein Wohlbefinden so weiterentwickeln, dann werde ich am Sonntag, 14.03.2021 oder Montag, 15.03.2021 aus dem Universitätsklinikum Tübingen entlassen. Ich das Cool oder ist das cool? Damit waren das dann 3 Wochen voller neuer Erfahrungen, was ein menschlicher Körper im Stande ist, zu verarbeiten.

Haben mir die drei Wochen gut getan? Was bedeutet gut tun? Wenn ich sage: „Die Remissionszeit wurde eventuell verlängert.“ Dann Ja, dann hat es mir gut getan. Wenn ich aber sage: „Die Zeit hier war einfach, ein Spaziergang, ein Kindergeburtstag, eine Erholungskur.“ Nein, definitiv war sie war sie das nicht. Die Zeit hier war alles andere als das. Es war anstrengend, schmerzhaft, geistig und körperlich belastend. Sie war ebenso emotional und psychisch eine Herausforderung. Ich hatte keine Wahl, ich musste diese Herausforderung annehmen. Mit Gottes Hilfe allein habe ich das alles überlebt.

‚Jesus stand auf, bedrohte den Sturm und sagte zum See: „Schweig! Sei still!“ Da legte sich der Wind, und es trat völlige Stille ein.‘

Markus 4:39

Ich möchte wieder kurz in Stichpunkten aufzeigen, wie es mir zur Zeit geht. Es gibt Grund zu danken und zu bitten.

  • Ich habe zur Zeit keine Schmerzen und keine Übelkeit mehr
  • Das Blutbild entwickelt sich in die richtige Richtung. Alle wichtigen Werte steigen, wie erwartet
  • Die Haare wachsen wieder 🙂
  • Ich kann wieder ohne Angst einschlafen, denn ich bin weg vom Morphin und von deren Medikamenten
  • Der ZVK ist noch drin, wird aber leider vor der Entlassung gezogen
  • Das Augenlicht ist auf beiden Augen noch getrübt, denn beim Husten/Brechreiz sind die Äderchen im Augen geplatzt und auf die Netzhaut eingeblutet. Der Augenarzt sagt aber, das es wieder vollständig resorbiert werden kann.

Ich möchte mich als erstes bei meinem Herrn Jesus bedanken, dass er die gesamte Zeit hier war. Danke!

Ich möchte mich bei dem ganzen Ärzteteam bedanken. Danke, ohne Sie hätte ich das nicht in so kurzer Zeit und mich dem Erfolg geschafft. Möge Gott Sie alle im Besonderen segnen. Wenn es jemals zur Frage stehen sollte, wo eine Therapie stattfindet, dann muss die medizinische Abteilung der Universitätsklinik Tübingen unbedingt beachtet werden. Hier werde ich als Mensch, mit allen meinen Schwächen und Stärken betrachtet. Hier diktiert keiner von oben herab. Alle sind liebevoll und haben immer ein offenes Ohr, unabhängig von der Stellung in der Klinik. Egal ob es bei der täglichen Visite oder als Notfall in der Nacht ist. Alle sind sehr freundlich und kompetent.

Ich möchte mich auch beim gesamten Pflege- und Servicepersonal bedanken. Keiner reagiert genervt auf die Fragen oder Anmerkungen. Das nenne ich echte Patientenorientierung. Es wurde alles möglich gemacht, was in der Macht der Station steht. Ich durfte sogar nach einer eiskalten Cola klingeln und habe sie bekommen. Danke!

Sollte sich hier keine negative Veränderung einstellen, so wird dies mein letzter Beitrag für den Behandlungszeitraum sein.

Die Nase zu

Zu Beginn ein Lied (URL am Ende)

Vielen Dank für alle eure Gebete und Wünsche. Danke für die Segensgrüße und Überraschungen. Die Ärzte sind mit meiner Entwickelung seid dem letzten Freitag sehr zu Frieden. Über den Berg oder durch das Tal bin ich noch nicht 100% durch. Meine Ärztin sagte:“Sie haben einen deutlich schwereren Verlauf als andere Patienten.“

Ich möchte es aber wieder nur in Stichpunkten auflisten, was dazu jetzt ist.

  • Die Augen sind weiter eingebauter. Das sehe ich sogar. Die Ärzte liegen nicht hier im Gebäude. So das ich zur weiteren Behandlung raus müsste.
  • Die Nase hat heute zu bluten begonnen und ließ sich nur durch den HNO stillen. Sollte es nach dem entfernen der Tamponage weiterin bluten, müsste das Blutgefäß verödet werden
  • Der ZVK juckt. Die Ärzte beobachten den jetzt und ggf. muss der früher raus als geplant. Das wäre blöd denn ich habe relativ schlechte Venen und wenn die weiter zerstochen werden, dann wird’s wohl nicht besser.
  • Ich leide derzeit unter krassesten Angstträumen. Da verbrennt meine Familie eins nach dem anderen im Feuer. Köpfte werden auf offener Straße abgetrennt und mit ihnen gekickt. Nur Mal zwei Beispiele. Ich brauche dringend Ruhe und weniger Morphin. Deshalb schleiche ich das jetzt schon aus um davon loszukommen. Ist ja nicht so das ich aufwache und alles ist vorbei. Es beginnt von vorne.

Ich habe euch das gesagt, damit ihr in meinem Frieden geborgen seid. In der Welt wird man Druck auf euch ausüben. Aber verliert nicht den Mut! Ich habe die Welt besiegt!“

Johannes 16:33 NBH

Nach den letzten Nächten weiß ich genau. Gott ist hier, denn immer wenn ich ihn angfleht habe, konnte ich irgendwann traumlos und ruhig schlafen. Ist das nicht ein wunderbarer Helfer? Danke das ihr weiterhin für uns betet.

URL zum Lied https://youtu.be/KwIULtLJYZs