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Die aktive Behandlung ist abgeschlossen

Meine Zwei Spritzen mit Stammzellen sind drin. Damit ist die aktive Behandlung abgeschlossen. Yeah! Ab jetzt wird überwacht und bei Komplikationen gegengesteuert. Ich hoffe das alle Komplikationen ausbleiben und ich keine Bluttransfusion brauche oder gar eine Diät.

Vielen Dank für alle eure Gebete und alle tollen Telefonate und das zuhören und Chatten. Jetzt muss ich geduldig sein und warten bis ich wieder unter Menschen kann. Ich darf aber Gott vertrauen, er hat einen Zeitplan und an dem kann ich nicht rütteln.

Heute früh und letzte Nacht ging es mir gar nicht so gut. Ich hatte nachts Übelkeit und Schmerzen. Mit den entsprechenden Medikamenten ging aber auch das auszuhalten. Das Frühstück hat mir hat nicht geschmeckt, aber ich habe es mir rein gezwungen. Versprochen ist versprochen. Ich habe Schmerzen auf der höhe der linken Niere und Verfärbungen. Dafür ist jetzt mal ein Ultraschall und und eine Laboruntersuchung angesetzt. Das möchte der Oberarzt genau wissen.

Gegen 10:30 kam die Prämedikation zur Vorbereitung der Stammzelltransplantation. Da gab es wieder ein Antibrechmittel uns eine größere Ladung Wasser. Ich bin während der Medikation vollkommen eingeschlafen. Ich habe echt nicht erwartet, dass es so anstrengend ist. Ich brauche doch recht viel Ruhe.

Der ganze Prozess war dann doch recht einfach. Die Stammzellen wurden aufgetaut und in riesige Spritzen abgefüllt. Ich habe ein Nimm 2 bekommen, um den Geschmack des Frostschutzmittels zu überdecken. Dann wurden die Spritzen direkt in den VZK gedrückt (keine Ahnung wie da der Fachbegriff ist). Das wars schon. Der Frostschutz schmeckt nach Tomate und wird über die Lungen abgebaut. Es riecht hier für alle anderen sehr streng. Dafür kann ich aber nichts und dagegen kann ich auch nichts machen.

Das Mittagessen nach der Transplantation hingegen war absolute Spitze. Fisch im Vollkornteig, Kartoffelpüree und Tomatensoße und Zuckerschoten 😋. Nur die Grießsuppe war nicht so. Danach habe ich spontan nach einer Cola gefragt. Und ich habe eine eiskalte Coke bekommen. Ist das nicht Spitze? Da frage ich jetzt häufiger.

Der heutige Vers ist wieder aus der hellen Straße von gestern. Der hat mich auch neu bewegt. Den Vers gibts bereits einige Male in meinem Blog.

‚Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und unter Lasten stöhnt! Ich werde euch ausruhen lassen.‘

Matthäus 11:28 NBH

Ich durfte das erfahren und ich möchte euch allen an dieser Stelle nochmals danken für euren Beistand in dem letzten halben Jahr. Ich weiß, dass Gott keine Geste und keinen Gruß und keine Tat unbelohnt lässt. Er sieht jeden von euch. Danke das hier da seid!

Das Ziel ist in Sicht

Heute war der zweite und letzte Tag der Chemo. Mit dem gestrigen Beginn der Chemo habe ich einen Begleiter der mich auf Schritt und Tritt begleitet. Ich habe eigenen Infusomat auf Rädern. 😉 Ich bekomme permanent Flüssigkeit zugeführt mit dem wahnsinnigen Durchsatz von 63ml/h. Davon merkst du nichts in der Keramikabteilung. Zusätzlich trinke ich noch zwei bis drei Liter Wasser. Das ist Pflicht, denn die Chemotherapie tötet die Zellen ab. Und der Chemo ist es egal ob das gute oder böse Zellen sind. Der tote Abfall muss irgendwo raus aus dem Körper. Eine der Pflichten die ich in den nächsten Wochen habe.

Vielen Dank für alle Gebet, Nachrichten, mutmachenden Worte. und Unterstützungen. Wir finden das ist eine sehr große Unterstützung. Das ist so wertvoll. Ich habe die Kraft eurer Gebete neu erfahren. Macht bitte ruhig weiter, der Drops ist noch nicht gelutscht.

Der heutige Beitrag wird jetzt aber wirklich kurz.

Der ZVK ist echt super. Ich werde jeden morgen kurz vor fünf zur Blutentnahme ohne Pickser geweckt. Die Nachtschwester ist wirklich freundlich und lässt mich danach noch weiterschlafen. Dann kann man auch die Prämedikation darüber geben und das sind in allererster Linie Antibrechmittel und Magenschutz und eben Flüssigkeit. Nicht zu vergessen nahm die Chemo den gleichen Eingang.

Zusammengefasst habe ich die Chemo recht gut vertragen. Der erste Tag der Chemo war durch eine größere Wassereinlagerung in den Füßen geprägt. Das ist heute viel besser gewesen. Durch das Antibrechmittel wirkt. Ohne das Medikament würde es mir wahrscheinlich sehr schlecht gehen. Nach der heutigen Chemo musste die Schwester noch einmal nachlegen, weil mich eine Übelkeit überkam. Schlafen und essen geht super.

Ich habe es dir gesagt! Sei stark und sei mutig! Lass dir keine Angst einjagen, lass dich nicht einschüchtern, denn Jahwe, dein Gott, steht dir bei, wo du auch bist.“

Josua 1:9 NBH

Den Vers hatte ich schon mal am 24. Oktober 2018 mit so einer nichtssagenden Straße in einem Beitrag. Damals Stand ich kurz vor der ersten Behandlung mittels Strahlentherapie oder einer Chemotherapie. Da hatte ich wahnsinnig Angst. Heute stehe ich mitten drin.

Heute war der Vers in der gemeinsamen Andacht mit den Kindern im Skype. Der Vers gewinnt gerade deutlich an Gewicht, denn heute habe ich erste Broschüren zu wichtigen Krankheitsverläufen bekommen. Beim Lesen wird einem (also mir) da auch mal schnell ganz anders. Ich bin ja kein Überflieger.

Ob ich Angst habe? Nein Angst ist ein schlechter Ratgeber aber habe neu Respekt vor der Therapie bekommen. Vielleicht bleiben die ganzen Zwischenfälle auch aus. Das weiß nur der Herr. Ich will gar nicht wissen was morgen kommt. Da wäre vielleicht die Thrombopenie (Abfall der Blutplättchen), die Neutropenie (Abfall der weißen Blutzellen) oder die Anämie (Abfall der roten Blutzellen). Ich habe schon Mal die Erlaubnis zur Bluttransfusion nach der Aufklärung unterschrieben. Als wäre das nicht genug können noch Entzündungen im Mund/Rachen oder Pilzbefall dazukommen. Da kommen meine Pflichten ins Spiel. Regelmäßig Zähne putzen, Mundspülung und Antipilzmittel. Ich muss beim Laufen aufpassen. Durch Stürze können innere Blutungen auftreten. Viel Trinken (Wasser) gehört ebenfalls zu meinen ToDos. Zudem hat mir eine Krankenschwester heute erklärt, dass mein eigenes Hautmilieu mir echt zum Risiko werden kann. Normale gesunde Abwehrkräfte können die Keime selbst abwehren. Aber wo keine Abwehrkraft mehr da ist? Also extra gründlich waschen.

Der Vers ist hauptsächlich für mich. Ich habe mir angewöhnt solche Verse und wichtige grundlegende Wahrheiten der Bibel auswendig zu lernen. Das hat für mich den riesigen Vorteil, dass ich sie mir auch aufsagen kann, wenn ich eben gerade den Herrn Jesus nicht so doll spüre. Das war beim Lesen der Broschüren heute der Fall.

Morgen ist ein Tag Pause und am Freitag gibts dann die Stammzelltransfusion. 🙂 Dann wird 14 Tage geguckt ob das alles so passt und die Stammzellen anwachsen und wieder gesunde Zellen produzieren. 🙂 Wenn die Werte sich gut entwickeln, dann darf nach 14 Tagen auch wieder nach Hause. Ist das nicht toll?

Ein Monat

Vor einem Monat waren wir das erste Mal zur Chemotherapie in Tübingen. Ich habe damals meinen Visitenplan für die Induktionstherapie erhalten. Dieser erste von drei Teilen geht bis zum 24.12.2020. Jetzt bin ich bereits einen Monat in der Therapie und der erste von drei Zyklen neigt sich fast dem Ende entgegen.

Ich möchte mich an dieser Stelle -auch im Namen meiner Familie- noch einmal mehr bedanken. Danke für alle Gebete, Anrufe, E-Mails, Chatnachrichten oder auch persönlichen Besuche. Es ist so schön zu wissen, dass wir nicht alleine stehen und durch euch mitgetragen werden.

Es geht mir heute gut, wenn man das mit der Erkrankung überhaupt sagen darf. Ich fühle mich nicht krank. Ich habe mit viel mehr Einschränkungen und Nebenwirkungen gerechnet, als ich jetzt habe. Ich bin wirklich dankbar, dass es bis jetzt so gut zu ertragen ist. Wer weiß was da noch kommt?

Ein paar wenige Nebenwirkungen habe ich aber trotzdem, wie zum Beispiel Einschlafstörungen und Kribbeln/Schmerzen in Händen und Füßen. Aber es ist alles wirklich erträglich und für den Rest gibt es ja Medikamente. Ich habe weder Erbrechen, Übelkeit, Unwohlsein oder sonst etwas in der Richtung. Das ist sehr gut.

Ihm gehört die Macht in Zeit und Ewigkeit! Amen.
Petrus 5:11 NBH

Der obige Vers ist mir neu wichtig geworden. Er steht in direktem Zusammenhang mit dem Vers aus 1. Petrus 5 Vers 7.

Und werft in Demut alle eure Sorgen auf ihn, denn er sorgt sich um alles, was euch betrifft.

Petrus 5:7 NBH

Wenn ich alle meine Sorgen bei Gott abladen soll, und das tue ich relativ häufig. Aber dann muss ich auch loslassen und IHN machen lassen. Das ist meine tägliche Lerneinheit. Es ist schwer sich keine Sorgen zu machen. Loslassen(!) und Gott machen lassen. Es heisst dann aber nicht die Hände in Schoß zu legen und dumm und faul rumzusitzen. Ich muss mich dann trotzdem um meine Krebserkrankung kümmern. Ich kann beispielsweise nicht sagen, Gott macht mich gesund, aber dann schlage ich die Behandlung aus oder nehme die Tabletten irgendwann Mal wie es mir gerade passt. Nein Gott möchte, dass ich meinen Verstand nutze und ER möchte, dass ich die nötige Disziplin an den Tag lege. Jesus hat alleine die Macht mich gesund zu machen. Trotzdem fahre ich zur Chemotherapie, nehme die Medikamente und versuche mich gesund zu ernähren, weil Jesus möchte, dass wir ihm vertrauen und ihm gehorsam sind, also die Behandlung mitmachen, die er mir in den Weg stellt. Ich soll auch auf meinen Körper achten und wenn die Einschränkungen so einschneidend sind, muss ich Pausen einlegen, so wie letzte Woche.

Forscher haben beispielsweise festgestellt, dass Himbeeren und Erdbeeren sehr viel Ellagsäure enthalten, einen krebshemmenden Stoff. Ich würde Mal kühn behaupten, dass dieser Stoff das Krebswachstum behindert. So und mit diesem Wissen im Hinterkopf trinke ich neuerdings rote und gelbe und grüne Smoothies. Die schmecken mir lecker und, wenn Gott die Natur so ausgestattet hat, dass diese Früchte solche Wirkungen haben, dann sollte man die auch nutzen. Und das soll alles durch Zufall entstanden sein? Vielleicht mache ich auf meinem Blog einen Bereich für gesunde Smoothies auf, wo die Rezepte heruntergeladen werden können. Mal gucken.

Die Behandlung die ich jetzt mitmachen muss, ist zwar viel und wird eine ganze Weile in Anspruch nehmen, aber Gott hat auch den Ärzten und dem Pflegepersonal Weisheit gegeben, mir zu Helfen und mein Leben zu erleichtern. Es wird an meinem Krebs geforscht und es gibt Studien, um die neue Medikamente letztendlich noch wirksamer zu machen. Ob die Therapie wirkt oder wiederholt werden muss liegt nicht in meiner Hand. Ich habe keine Angst und bin mir sicher, Gott macht alles richtig. Ich wiederhole mich, Gott hat in meinem Leben noch nie einen Fehler gemacht, oder zu spät gehandelt. Das neueste was ich sagen darf, ist dass die Induktionstherapie noch einfacher wird, denn für die Zyklen zwei und drei wird es ans Klinikum Stuttgart gehen. Die Stammzellmobilisation und stationäre Hochdosistherapie wird dann an der Uniklinik Tübingen durchgeführt

Soweit Mal das neuste von uns und der erste Rückblick nach einem Monat Chemotherapie sieht meines Empfindens nach, gar nicht so schlecht aus.