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Heute war irgendwie nicht mein Tag

Zuerst danke ich euch für eure Gebete und Unterstützung und für jedes geduldige Zuhören, wenn ich Mal wieder länger aushole, bei der Frage nach meinem Wohlbefinden.

Es geht mir heute deutlich besser als noch vor ein paar Wochen. Da habe ich mir kurz nach den letzten Behandlungen eine heftige Erkältung eingefangen und durfte wieder mit Tee, Wasser und natürlich Kaffee spülen. Zur Unterstützung wurde die Chemotherapie ausgesetzt und mir wurden zusätzlich Antibiotika für diese Zeit verschrieben. Das ist zwar alles andere als optimal, aber es ist wohl das Beste.

Aktuell bin ich anfällig für jegliche Infektionen und Krankheiten. Ich bekomme sehr viele Medikamente vorbeugend, aber gegen Erkältungen und Hautkrankheiten gibt es leider nichts. Ich versuche jetzt mit viel Ruhe, gutem ausgewogenem Essen und zusätzlichen Vitaminen die Chemotherapie rum zu kriegen. So ein Immunsystem ist schon was tolles, wenn es funktioniert.

Ich war am 13.10.2022 wieder in Tübingen zur Antikörpertherapie. Ich bin wieder sehr froh um die Möglichkeit, an der Studie teilzunehmen. Vielleicht können mit den Daten, die daraus gewonnen werden, irgendwann noch besser Medikamente entwickelt werden, die noch gezielter wirken.

Ich möchte euch heute einmal schreiben, wie mein Tag in Tübingen abläuft. Vielleicht versteht der Eine oder Andere dann noch besser, wie es mir so geht und was diese Behandlungstage so anstrengend macht. Dieses Mal war es kein typischer Tag, es ist eine Ausnahme, denn bis jetzt lief eigentlich immer alles rund.

Der letzte Tag in Tübingen war aber wirklich nicht mein schönster, aber ich möchte nicht klagen, denn ich weiß nicht, warum der eine oder andere Zwischenfall so passiert ist. Ich kann ja nur das sehen, was ich vor Augen habe und oft sehe ich nicht mal das, aber Gott hat einen perfekten Plan für mein Leben.

Der Wecker klingelte 04:45 Uhr und für 06:30 Uhr war das Taxi bestellt. Ich bin aufgestanden, habe Kaffee gekocht und Frühstück gegessen. Eine kurze Morgenandacht und eine Gebetszeit alleine und dann auf Amazon Prime schon Mal die Musik raus gesucht, die ich vielleicht im Krankenhaus hören möchte. Ich mag es echt, wenn das Taxi pünktlich ist und ich nicht draußen warten muss. Das hatte diesmal nicht ganz geklappt. Ich war nun schon etwas genervt, als ich merkte, dass mein neuer Thermobecher mit Kaffee drin, auf der Flurgarderobe stand. Da stand er gut. Also heute keinen eigenen Kaffee. Jetzt war der Tag eigentlich gelaufen. Von Dankbarkeit über das warme Taxi war bei mir nichts zu spüren. Gegen 07:30 Uhr waren wir dann in Tübingen und die Kreditkarte hat im Taxi gestreikt. Das ging ja gut weiter. Wieder eine Zeitverzögerung, obwohl ich extra früher da sein wollte. Bezahlt habe ich natürlich trotzdem. Angekommen in der Tagesklinik habe ich den angestammten Sessel am Fenster links bezogen und die Fenster geschlossen. Eine kleine Konstante an meinem Behandlungstag.

Das war es jetzt erstmal mit der frischer Luft. An der Luft in einem Krankenhaus liegt es jedenfalls nicht, dass man gesund wird. Ich war dieses Mal einer der ersten Patienten auf der Station und ich warte (immer noch ohne Kaffee) auf das Pflegepersonal oder den Arzt bzw. die Ärztin, die mir eine Nadel in den Arm legt. Das ist die Zeit für mich, das Behandlungstagebuch nachzutragen. Ich habe seit 2017 Krebs und mir wurden schon sehr viele Nadeln in die Armbeugen und Handrücken gelegt und ich mag immer noch nicht, aber was muss das muss. An diesem Tag durfte die diensthabende Ärztin ran und mir eine Nadel legen. Sie hatte es links versucht, aber da kam kein Blut. Wir brauchen aber zwingend Blut, deshalb gab es einen zweiten Versuch an der rechten Hand. Rechtsseitig dauerte es sehr lange, bis die Röhrchen voll waren, aber es kam zumindest was.

Die Blutentnahme war nun auch wieder geschafft und der „angenehmere“ Teil konnte beginnen. Das Warten auf die Laborergebnisse. 😉 (ohne Kaffee) Obwohl ich bereits 07:30 Uhr da war, kam das Ergebnis erst gegen 10:15 Uhr.

Das Herz des Menschen plant seinen Weg, / aber Jahwe lenkt seinen Schritt. ‚

Sprüche 16:9

Ich bin Teilnehmer einer Medikamentenstudie und werde dann auf der Tagesklinik von den Mitarbeiterinnen der Studienleitung betreut. Die waren zwischenzeitlich zur Befragung gekommen, haben die Unterlagen geprüft und mir die neuen Pläne gegeben.

Da ich aktuell recht fit schien, haben sie bereits mit Prämedikation begonnen, um die Wartezeit irgendwie sinnvoll zu überbrücken. Darauf habe ich mich sehr gefreut, denn davon schläft man normalerweise gut ein und ist eine Stunde weg.

Der Lichtblick war die Servicemitarbeiterin mit dem Frühstück und sie kam pünktlich 09:30 Uhr. Ein Käsebrötchen, eine Butterbrezel, Kaffee und Saft, Schokolade mit ganzen Nüssen, Schokoriegel und Milchmäuse habe ich selber dabei. Läuft bei mir

Ich war satt und bereit zum Schlafen, aber bekam kein Auge zu, ich schlafe nicht ein. Na toll. Egal also Kopfhörer auf und Musik an.

Gegen 10:30 Uhr hatte die Ärztin die Chemotherapie endlich freigegeben und ich durfte wieder beweisen, dass ich mein Geburtsdatum kenne. Mit dieser Frage wird versucht, versehentliche Verwechslungen auszuschließen. Ein falsches Medikament kann ziemlich lebensbeendend sein. Mit der Freigabe erübrigt sich eigentlich die Frage, ob das Blutbild in Ordnung ist. Ich stelle sie trotzdem jedes mal. Mir wird auch jeden mal erklärt, wie sich das Blut entwickelt hat, wie sich die einzelnen Werte zusammensetzen und wie diese bei Veränderungen reagieren. Ich habe es in den letzten Jahren nur einmal erlebt, dass ich ohne Chemotherapie wieder heimgeschickt wurde, weil mein Blutbild nicht gut genug war. Dann lief die Chemo und damit die Zeit. Die Therapiedosis und die Geschwindigkeit der Infusion ist an das Körpergewicht gekoppelt. Würde ich viel weniger wiegen, wäre ich schneller fertig, da die Dosis geringer ist und damit auch schneller gegeben werden kann.

Die Infusion läuft in der ersten Stunde 74 ml/h. Anschließend wird sie auf 101 ml/h für 30 Minuten und anschließend auf 107 ml/h für die nächsten 30 Minuten erhöht. Abschließend läuft sie mit 109 ml/h bis zum Ende. Die Gesamtmenge der Infusion beträgt 250 ml. Wie lange läuft die Infusion?

Doch diesmal gab es eine Unterbrechung, denn die Infusion lief teilweise ins Leere. Der Zugang war nicht richtig festgeschraubt und so floss mir die Infusion über die Hand. Da hatte sich eine Schraubenverbindung irgendwie gelockert. Das war sehr ärgerlich und blöd, weil keiner wusste wie viel von der Infusion und dem zusätzlichem Kochsalz in die Vene und wie viel in der Bandage gelangt ist. Das reiht sich ja perfekt in den ganzen Tag ein.

Das Mittagessen kam auch pünktlich und war ziemlich lecker. Es gab Baguette mit Mozzarella und getrockneten Tomaten und Rucola, eine Brezel, ein Obst und Joghurt und Kaffee. Seit ich in dieser Behandlung bin habe ich regelmäßig sehr großen Hunger und kann sehr viel essen. Ich bin immer sehr froh über Essen, wenn es dann auch schmeckt ist das umso besser. Vielleicht fragt der Eine oder Andere sich, ob ich in der Tagesklinik nur Kaffee trinke. Ja, denn ich bekomme Wasser über die Vene und da finde ich zusätzlich Wasser nicht so sinnvoll.

Ich war inzwischen sehr ruhig geworden und war nicht mehr genervt. Ich habe meinen Tag und mein Leben eh nicht in der Hand. Das ist mir wieder neu aufgefallen. Die Universitätsklinik Tübingen ist (soweit ich das als Laie einschätzen kann) Top ausgestattet und fachlich ganz vorne mit dabei, aber auch hier passieren Fehler.

Kurz vor dem Ende warten wir meist alle (die Schwester und ich) auf das Piepen des Infusionsgerätes. Erst dann darf ich abgestöpselt werden. Mir wurde noch schnell die Nadel gezogen, danach durfte ich endlich gehen. Gott sei Dank!

Ich hatte dem Taxifahrer circa 1 Stunde und 15 Minuten vor dem Ende Bescheid gegeben, aber er stand im Stau, so hatte ich 25 Minuten Zeit an der frischen Luft zu sitzen und mich auszuruhen. Wäre auch zu schön gewesen, wenn er es pünktlich schafft. Zu Hause angekommen, gab es was zu Essen und dann ab auf das Sofa. Nach so einem Tag geht meistens gar nichts mehr.

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Frühsport

Danke! Für alle Gebete, und jedes mutmachende Wort, jede WhatsApp, denen guten Ratschlag und jedes aufbauende Gespräch. Das tut so gut!

Vorgestern und gestern wurde mir eine Zwangspause verordnet. Ich hatte vorgestern wahnsinnige Schmerzen im linken Knie. Angefangen hat es beim Ergometertraining um 07:00Uhr. Zuerst habe dann mal die zu erreichende Wattzahl auf das Minimum von 40 Watt runtergeregelt und bin mit rentnerhaften 40 U/min durch den Raum gestrampelt. Es war hart zu sehen, dass der Opa nebenan mich müde belächelt und fest in die Pedale tritt. Bitter…, man fühlt sich so alt, wenn der Körper nicht mehr mitmacht. Egal! Nach 5 Minuten ging nichts mehr und ich habe das Ergometertraining abgebrochen und bin von dannen gehumpelt. Nur eben diesmal mit links ;-).

Zum Glück -und da ist wieder eine göttliche Planung im Spiel- hatte ich im Anschluss direkt eine Behandlung beim Physiotherapeuten. Der hat mich das erste Mal repariert. Dem habe ich von dem Knie und den Schmerzen berichtet und er hat mich gefragt: „Wie viel Watt waren es denn?“ 120 mit maximal 140U/min. Darauf meinte er so, es kann ja theoretisch möglich sein, dass Sie ihr Knie überlastet haben. Aufgrund meiner Momentanen Fitness, schließe ich das aber kategorisch aus. Ich bin Stahlhart. Hashtag #FitwieeinTurnschuh 🙂

Im Rahmen meiner „Pause“ habe ich mich mit Handarbeit beschäftigt und tolle Dinge genäht. Ich hätte nicht gedacht, dass ich so einen Schiss vor der Nähmaschine habe, obwohl das eigentlich ganz gut ging, auch mit meiner Behinderung. War echt lustig. Reha ist auch dazu da, sich seinen Ängsten zu stellen.

Jedenfalls habe ich dann heute wieder leicht begonnen. Es war 07:00Uhr Frühsport. Bei -1 Grad. Das war am Anfang ganz schön kalt, aber unser Turbotrainer hat uns gut aufwärmen lassen und dann ging’s zum Walking mit einem Treppenlauf auf einer Wendeltreppe. Der Stahl ist ganz schön glatt. Etwas aus der Puste oben angekommen ging’s gleich weiter durch den Park zu einem Gradierwerk und dann wieder zurück Richtung Klinik. Das alles vor dem Frühstück.

Jetzt ist erstmal bis 10:00Uhr Pause und ich sitze in der Sonne und genieße Gottes herrliche Natur, durch die Glasscheibe. Danach ist Rückenstabilisierende Gymnastik beim gleichen Trainer angesagt. Irgendwann denkt er vielleicht, ich Stalke ihn. Aber der Turbotrainer ist mir sportlich und menschlich zum Vorbild geworden und das weiß er.

Ich glaube es ist wirklich wichtig gute Vorbilder im Leben zu haben, denn daran kann man sich orientieren und sich selbst messen. An einen Vorbild kann man sich auch korrigieren, wenn man muss. Sollte man selbst Vorbild sein, ist die Verantwortung extrem hoch und man muss echt auf alles achten, denn man wird beobachtet. Und oft weiß man es nicht, dass man Vorbild ist.

Viel wichtiger als das Vorbild für das Leben hier, ist es aber Jesus Christus als Vorbild für das ewige Leben zu haben. Man kann auf ihn schauen.

Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang / werde gelobt der Name Jahwes!
Psalmen 113:3 NBH