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Tag 4 – Diese Chemo ist richtiger Spaziergang

Diese Chemo ist ein echtes Kinderspiel für mich und absolut einfach für meinen Körper und sehr gut verträglich. ….Nein das ist sie nicht! Aber dazu später mehr.

Danke an dieser Stelle für alle euren mutmachenden Worte, jeden Gruß, jeden Besuch und jedes Gebet. Das ist für uns und für mich sehr wertvoll und tut gut.

Heute ist Freitag der 04.09.2020 und ich bin heute am vierten Tag des ersten von drei Zyklen (Das lässt sich leicht merken). Ein Zyklus dauert 42 Tage. (Ich habe diesmal kein Handtuch dabei, das muss sich ändern! Sicher ist sicher.) Bis jetzt gehts mir echt gut und ich kann und will nicht klagen. Ich habe weder irgendwelche Schmerzen noch andere gesundheitlichen Einschränkungen. Zwei Dinge sind mir jedoch aufgefallen. Erstens bin ich seit dem Start relativ schnell wieder müde. Zweitens fällt mir auf, dass ich richtig Hunger habe. Ich könnte eigentlich permanent essen. Für diejenigen die mich kennen, das ist kein Problem für mich, da ich eh sehr gerne esse. 😋🍔🍗🍔🌭🥪🍟🍕🧀🍞🌮🌯🍦🍨🍰🍩 Ich vermute das hängt beides miteinander zusammen. Die Medikamente fördern den Appetit, mein Körper kämpft gegen den Krebs und das braucht Energie und ist anstrengend. Ich bin gespannt was da noch kommt, denn ich bin ja erst am Anfang der Behandlung. Essen geht jedenfalls immer. Aber ich bin ja auch kein Arzt und mit medizinischen Details möchte ich hier nicht kommen, das wäre bei mir nur Halbwissen und es geht keinen außerhalb meiner Familie etwas an.

Am 01.09.2020 waren wir in Tübingen und ich habe dort eine ganze ganze Reihe an Infos und Papierunterlagen bekommen. Die Digitalisierung endet bei einer Chemotherapie immer noch am Drucker, ob Studienpass oder Medikamententagebuch. Alles gibts in Papierform. Das hat sicher rechtliche Gründe in Anbetracht des Datenschutzes und der Verfügbarkeit von Zugängen und Technik, aber ich glaube das fast jeder ein Smartphone hat und das auch sicher für sowas einsetzen könnte, wenn es hilft.

Ich persönlich bin sehr schlecht, was die Einnahme von Tabletten angeht. Deswegen habe ich mir eine entsprechende App fürs Smpartphone installiert, die mich an die Einnahme und Dosierung erinnert. Für mich ist das sehr praktisch.

Doch die auf Jahwe hoffen, gewinnen neue Kraft. / Flügel wachsen ihnen wie den Adlern. / Sie laufen und werden nicht müde, / sie gehen und werden nicht matt.

Jesaja 40:31 NBH

Den Bibelvers haben wir in Bibellese mit den Kindern zuletzt erst wieder gelesen und der begleitet mich schon eine ganze Zeit, nicht erst seit der Diagnose 2017. Der Herr Jesus ist es nämlich allein der mich hier durch trägt. Es ist nicht die längere Nachtruhe, die extra Pause, die Entspannung die mich das überstehen lässt. Das ist Gott allein. Auf IHN hoffe ich. Aber er möchte, dass ich mit meinem Körper verantwortungsvoll umgehe, deshalb mache ich Sofapausen und gehe früher ins Bett also sonst. Gott ist schließlich kein Automat bei dem man oben einen Wunsch reinkippt und unten die Erfüllung raus bekommt. Pausen gehören dazu sonst geht’s nämlich irgendwann nicht mehr.

Das diese Chemo kein Spaziergang wird, hatte ich schon erwähnt. Es geht mir zur Zeit gut und ich habe kaum Einschränkungen. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich nehme in der Induktionstherapie zur Zeit acht unterschiedliche Medikamente. Diese Sachen wirken wie sie wirken aber sie haben eben auch Nebenwirkungen. Das ist richtig viel Zeug, was ich da nehme um Gesund zu werden.

So die heutige Spritze ist gesetzt und ich kann wieder nach HaUSe und bin dann nächste Woche wieder hier.

Unter dem Schutz des höchsten

Heute schreibe ich euch Mal kurz wie es mir so geht. Es geht mir gut. Ich bin mitten in der Reduktion der Schmerzmittel und das geht grad richtig gut. Zur Zeit tut es mir gut die Schmerzmittel zu reduzieren.

Vielen Dank für Eure Gebete und alles Nachfragen.

Ich wünsche euch auf diesem Wege Mal eine schöne und gesegnete Restwoche.

Wer unter dem Schutz des Höchsten bleibt, / unter dem Schatten des Allmächtigen wohnt, der sagt zu Jahwe: / „Meine Zuflucht und meine Burg, / mein Gott, auf den ich vertraue.“

Psalmen 91:1-2 NBH

Es war wieder soweit

Es ist 18:15Uhr und ich sitze gerade im Zug nach Hause. Heute war ich wieder bei der vierteljährlichen Untersuchung in der Uniklinik in Tübingen. Die Mensa der Uniklinik ist super, dass alleine ist schon ein Grund (Ich weiß ich bin verfressen).

Viele Dank für die ganzen Gebete, die Unterstützung und jedes mutmachende Wort. Heute war ein guter Tag und ich bin froh, dass ich den Termin wieder überstanden habe.

Die Untersuchung und alles drumherum hat mich bis jetzt im Kopf nicht so sehr belastet, nur in der letzten Nacht war ich irgendwie schlaflos. Ich hatte heute zumindest keine Angst und bin absolut guter Dinge, dass die Ergebnisse genauso gut wie beim letzten Mal sind. Es liegt nicht an mir, wenn es doch anders kommt als gehofft. Das ist hier anders als im Studium. Bei jeder Matheklausur habe ich gehofft, doch es kam anders. Bei dem Thema hier bin ich aber definitiv raus. Nicht meine Schuld.

Ganz spontan hat mich meine Ärztin nochmal vor dem Labortermin in ihr Behandlungszimmer gerufen. Sie wollte sich erkundigen, wie es mir so geht und wie die Schmerzen aktuell aussehen. Das fand ich richtig cool, auch wenn ich kurzzeitig echt irritiert war und gedacht habe ich hätte einen Termin verpasst habe.

Meine nächsten Schritten zu einer Schmerztherapeutin zu gehen und damit die professionelle Schmerzbegleitung zu beginnen findet sie richtig und gut. Für alles andere warten wir Mal ab, was die heutigen Labor und MRT Untersuchungen ergeben.

Danach ging es -nach einiger Wartezeit- zum MRT. Notfälle kommen eben vor Krebs….
Heute saß mir im MRT ein Chemotherapie-Patient gegenüber der wohl auch gerade ein MRT machen lassen musste. Als ich den jungen Mann gesehen habe (er war höchstens so alt wie ich) war ich sofort wieder neu dankbar, dass ich jetzt so ‚gesund‘ bin, wie ich bin.

Der HERR ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten! Der HERR ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen!

Psalm 27:1

Ich bin mir sicher, dass Gott da ist und mich auf dem weiteren Weg trägt. Ich weiß zwar nicht, was das nächste Jahr gesundheitlich bringt aber fürchten muss ich mich überhaupt nicht.

Danke nochmals für eure Unterstützung.

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