Tag 15 – endlich eine erste Chemopause

Heute möchten wir mit einem persönlichen nachträglichen Gruß beginnen.

Liebe Lydia und lieber Clemens, wir wünschen euch Gottes Segen und ganz viel Freude auf dem gemeinsamen Weg der vor euch liegt. Gott kennt euch und weiß alles über euch. Möge ER der Mittelpunkt eures Lebens sein. ER gibt keine dummen Ratschläge und quatscht nicht mit vollem Mund dazwischen, aber wenn ihr ihn fragt, dann sagt er immer wo es gut ist lang zu gehen.

Ihr seid bei uns in Esslingen herzlich willkommen.

Jahwe ist gut, / eine sichere Zuflucht in Zeiten der Not. / Er kennt die, die Schutz bei ihm suchen.
Nahum 1:7 NBH

Gestern war der letzte Tag, bevor ich eine Woche Pause machen darf. Ich möchte im Namen meiner Familie und mir, danke sagen. Danke für jedes an uns denken. Danke für alle Anrufe, Messenger-Nachrichten, E-Mails, Gebete, danke für jede kleine Geste. Das tut so gut und wir wissen uns geborgen in unserem Herrn und getragen durch euch aus nah und fern. Ihr seid ein echter Segen.

Jetzt zu meinem aktuellen Befinden. Das ist gerade nicht so dolle. Meine Beine fühlen sich an, als triebe ich Hochleistungssport auf dem Fahrrad. Ich! Ich habe seit einigen Tagen richtig starke Schmerzen in der Wadenmuskulatur und teilweise auch in den Armen. Ich nehme jetzt Magnesium und hoffe dass es ein wenig die Schmerzen lindert. Zusätzlich nehme ich kühlende Pferdesalbe, oder ein warmes Fußbad, oder Massagen der Waden. So ein richtiger Durchbruch ist mir aber noch nicht gelungen, außer mit Schmerzmitteln, die helfen. Die Beine sind straff und fest und spannen ganz ordentlich.

Nachdem ich gestern mit einem neuen Schmerzmittel (für mich unbekanntes Schmerzmittel) aus Tübingen zurückgekommen bin, habe ich das doch direkt am Abend ausprobiert. Es wird sich zeigen ob es funktioniert. Ich soll mich langsam hereinsteigern.

Das gestrige Blutbild war für mich eine ganz schöne Ernüchterung. Ich wurde telefonisch informiert, ich hätte irgendwas gehabt oder habe aktuell irgendwas. Das Blutbild sieht eher schlecht aus. Einzelne Werte sind überdurchschnittlich hoch und und man müsste sie beobachten.

Ich bin weder Mediziner noch im Gesundheitsbereich ausgebildet, sonst könnte ich mein Krankheitsbild hier beschreiben. Aber ich vertraue den Ärzten in Tübingen und vor allem vertraue ich Gott meinem Schöpfer. Er hat sich mein Blut ausgedacht und hat auch mit den Abweichungen einen Plan. Dass es sich verschlechtert hat ist echt ärgerlich, zumal ich da relativ wenig machen kann. Beim Blut heißt es abwarten und viel trinken. Ich ziehe mich auf die feste Burg zurück und vertraue darauf, dass Gott alles in seiner großen Hand hält.

Ob diese Veränderungen an den Medikamenten liegen oder ich einen Infekt habe, kann aktuell nicht gesagt werden, denn ich habe weder Fieber, noch bin ich besonders schlapp oder fühle mich kränklich. Ich mache jetzt Mal langsamer und beobachte meinen Körper etwas. In einer Woche gibt es ja bereits ein neues Blutbild und da sieht man dann bestimmt eine Verbesserung.

Seit heute habe ich eine weitere Nebenwirkung, nach der ich bis jetzt bei jedem Termin gefragt wurde und die ich immer verneinen konnte. Seit heute brennen bzw. kribbeln meine Füße und Hände. Was das ist und ob sich das behandeln lässt, wird sich nächste Woche sicher klären lassen. Es nervt jedenfalls ganz schön und es strengt ganz schön an immer die Zehen zu bewegen um das Kribbeln zu lindern.

Über meinen gesteigerten Appetit schreibe ich hier Mal nicht, das empfinde ich nicht als Nebenwirkung. Es schmeckt mir zum Beispiel Gulasch mit Klößen, Rouladen oder am besten Käsespätzle. 🙂 Linsen wären wohl sehr gesund, aber da lasse ich sicherheitshalber die Finger davon. Ich werde jetzt zwar dicker und runder, aber ich habe mir sagen lassen, dass die Hochdosistherapie sich negativ auf das Gewicht auswirken kann. Da ist jetzt mein Motto, was ich mehr habe, kann dann auch wieder weg.

Eine Nebenwirkung die mich mehr belastet als der Appetit, ist die Nebenwirkung eines Medikamentes. Es putscht auf und lässt mich teilweise die ganze Nacht wach liegen. Ist schon krass, wenn man die ganze Nacht wach liegt und dann kurz vor dem Klingeln des Weckers einschläft. Ich schlafe jetzt zwar, allerdings nur mit Schlaftabletten.

Warum diese Nebenwirkungen genau in der Pause ihre Wirkung entfalten, weiß ich auch nicht, aber ich kann die Pause trotzdem irgendwie genießen. Danke für all Eure Gebete.

Es sieht sehr gut aus

„Es ist weder seine Schuld noch die seiner Eltern“, erwiderte Jesus. „Er ist blind, damit Gottes Macht an ihm sichtbar wird.
Johannes 9:3 NBH

Der Vers ist mir wichtig geworden. Man kann die Blindheit des Menschen aus der Begebenheit gerne durch „körperlich behindert“ oder den Satz „Er hat ein Plasmozytom…“ ersetzen. Dann trifft das auf mich zu.

Ich habe heute in Tübingen meinen aktuellen Befund erhalten und es ist so, dass mein Kleinglaube in Bezug auf die Allmacht Gottes und meine Angst Gott würde eventuell zu spät kommen wieder völlig unbegründet waren. Ich habe sogar eine E-Mail nach Tübingen geschrieben, ob ich mir Sorgen machen muss und ob ich ggf. eine Begleitung zur Unterstützung mitbringen sollte. Gott steht mir bei und Gott kommt immer pünktlich und heute hat ER sich wieder einmal in seiner Größe gezeigt. Warum?

Die 24h-Urinprobe war komplett unauffällig und das aktuell MRT zeigt den vernarbten Tumor am Kreuzbein. Mehr war nicht auffällig. Also definitiv keine Begleitung notwendig.

An dieser Stelle danke ich zu allererst Gott für diesen Befund. Jetzt danke ich für die Gebete, jeden mutmachende Hinweis, jedes „Kopf hoch, das wird schon“. Danke dafür.

Zur Zeit nehme ich Schmerzmittel und habe damit die Schmerzen im Griff. Trotzdem muss ich mich eindeutig mehr bewegen um den Körper in Schwung zu halten. In der Reha habe ich deutlich gespürt, dass mir Bewegung echt gut tut. Von daher mache ich das jetzt einfach, wenn es hilft. Ich muss aber zum Neurologen, denn ich habe in Armen und Beinen Ausfallerscheinungen, die nicht durch den Krebs kommen.

Es geht mir also ganz gut.

Soweit das mal.

Ich werde auch den Bloginhalt ausweiten. Ich möchte nicht nur über den Krebs in mir schreiben, sondern viel mehr über meinen Glauben. Von daher wird sich in der Richtung auch einiges tun. Aber ich denke das ist kein Geheimnis mehr, dass ich dem Herrn Jesus nachfolge.

Dann wäre noch das:

Das Problem mit der Newsletter-Anmeldung besteht weiterhin. Ich werde auf den Newsletter verzichten, da diese Art und Weise auch nicht konform mit der neuen EU Datenschutzgrundverordnung ist. Aber Beiträge werde ich weiter schreiben. Ich kann hier die Android/iOS-App „feedly“ empfehlen. Damit gibt es eine Aktualisierung, sobald ein neuer Beitrag online ist, denn RSS ist genau für soetwas gemacht. Die sog. feed-URL heisst https://www.marcusradisch.de/feed. Da wird automatisch eine xml „Datei“ generiert, die der RSS Reader automatisch lesen kann. Ich habe keine rechtlichen Sorgen und muss keine E-Mails mehr versenden. Moderne Mailprogramme gmwue Thunderbird oder Microsoft Outlook haben auch Optionen feeds automatisch einzubinden.🐢

Land in Sicht – wir verlassen die Reha-Insel

Jetzt beginnt die letzte Woche der Reha und damit die Abschlussuntersuchungen und letzten Trainingseinheiten.

Ich möchte mich für alle Gebete und Grüße bedanken. Das tut echt gut.

Ich kann ohne Jesus Christus nicht leben. Er gibt mir Kraft und Weisheit bei allem im Leben. Es ist doch letztendlich so, dass wir alle nicht wissen, was morgen passiert, aber mit Jesus Christus an meiner Seite, weiß ich, dass alles gut wird egal was passiert. Ohne dieses Sicherheit im Leben, würde ich verrückt werden! Ich nehme das jetzt so für mich an.

Ich bin sehr aufgeregt, auf den 16.04.2018, denn an diesem Tag ist die nächste Untersuchung in Tübingen und nur Gott weiß, was da raus kommt. Wenn ich es vorher wüsste, wäre es ja echt einfach, denn dann könnte ich etwas vorbereiten.

Ich mache ja in der Reha extrem viel Sport und Gymnastik und werde so körperlich kräftiger. Ich habe hier einen Trainer kennengelernt, der mich auch nach den Behandlungen und Trainingseinheiten berät, wie ich mich besser bewegen und fit werden kann.

Obwohl die Bestrahlung schon etwas zurück liegt und ich während der Reha deutlich an Sportlichkeit gewonnen habe, bin ich persönlich sehr beunruhigt, weil die Schmerzen mehr werden. Eigentlich war das anders geplant. Ich habe deswegen auch schon mit meinen Ärzten in Tübingen Kontakt aufgenommen.

Seht, ich wirke Neues! / Es wächst schon auf. / Merkt ihr es nicht? / Ich bahne einen Weg durch die Wüste, / lege Ströme in der Einöde an.
Jesaja 43:19 NBH