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Das Ziel ist in Sicht

Heute war der zweite und letzte Tag der Chemo. Mit dem gestrigen Beginn der Chemo habe ich einen Begleiter der mich auf Schritt und Tritt begleitet. Ich habe eigenen Infusomat auf Rädern. 😉 Ich bekomme permanent Flüssigkeit zugeführt mit dem wahnsinnigen Durchsatz von 63ml/h. Davon merkst du nichts in der Keramikabteilung. Zusätzlich trinke ich noch zwei bis drei Liter Wasser. Das ist Pflicht, denn die Chemotherapie tötet die Zellen ab. Und der Chemo ist es egal ob das gute oder böse Zellen sind. Der tote Abfall muss irgendwo raus aus dem Körper. Eine der Pflichten die ich in den nächsten Wochen habe.

Vielen Dank für alle Gebet, Nachrichten, mutmachenden Worte. und Unterstützungen. Wir finden das ist eine sehr große Unterstützung. Das ist so wertvoll. Ich habe die Kraft eurer Gebete neu erfahren. Macht bitte ruhig weiter, der Trops ist noch nicht gelutscht.

Der heutige Beitrag wird jetzt aber wirklich kurz.

Der ZVK ist echt super. Ich werde jeden morgen kurz vor fünf zur Blutentnahme ohne Pickser geweckt. Die Nachtschwester ist wirklich freundlich und lässt mich danach noch weiterschlafen. Dann kann man auch die Prämedikation darüber geben und das sind in allererster Linie Antibrechmittel und Magenschutz und eben Flüssigkeit. Nicht zu vergessen nahm die Chemo den gleichen Eingang.

Zusammengefasst habe ich die Chemo recht gut vertragen. Der erste Tag der Chemo war durch eine größere Wassereinlagerung in den Füßen geprägt. Das ist heute viel besser gewesen. Durch das Antibrechmittel wirkt. Ohne das Medikament würde es mir wahrscheinlich sehr schlecht gehen. Nach der heutigen Chemo musste die Schwester noch einmal nachlegen, weil mich eine Übelkeit überkam. Schlafen und essen geht super.

Ich habe es dir gesagt! Sei stark und sei mutig! Lass dir keine Angst einjagen, lass dich nicht einschüchtern, denn Jahwe, dein Gott, steht dir bei, wo du auch bist.“

Josua 1:9 NBH

Den Vers hatte ich schon mal am 24. Oktober 2018 mit so einer nichtssagenden Straße in einem Beitrag. Damals Stand ich kurz vor der ersten Behandlung mittels Strahlentherapie oder einer Chemotherapie. Da hatte ich wahnsinnig Angst. Heute stehe ich mitten drin.

Heute war der Vers in der gemeinsamen Andacht mit den Kindern im Skype. Der Vers gewinnt gerade deutlich an Gewicht, denn heute habe ich erste Broschüren zu wichtigen Krankheitsverläufen bekommen. Beim Lesen wird einem (also mir) da auch mal schnell ganz anders. Ich bin ja kein Überflieger.

Ob ich Angst habe? Nein Angst ist ein schlechter Ratgeber aber habe neu Respekt vor der Therapie bekommen. Vielleicht bleiben die ganzen Zwischenfälle auch aus. Das weiß nur der Herr. Ich will gar nicht wissen was morgen kommt. Da wäre vielleicht die Thrombopenie (Abfall der Blutplättchen), die Neutropenie (Abfall der weißen Blutzellen) oder die Anämie (Abfall der roten Blutzellen). Ich habe schon Mal die Erlaubnis zur Bluttransfusion nach der Aufklärung unterschrieben. Als wäre das nicht genug können noch Entzündungen im Mund/Rachen oder Pilzbefall dazukommen. Da kommen meine Pflichten ins Spiel. Regelmäßig Zähne putzen, Mundspülung und Antipilzmittel. Ich muss beim Laufen aufpassen. Durch Stürze können innere Blutungen auftreten. Viel Trinken (Wasser) gehört ebenfalls zu meinen ToDos. Zudem hat mir eine Krankenschwester heute erklärt, dass mein eigenes Hautmilieu mir echt zum Risiko werden kann. Normale gesunde Abwehrkräfte können die Keime selbst abwehren. Aber wo keine Abwehrkraft mehr da ist? Also extra gründlich waschen.

Der Vers ist hauptsächlich für mich. Ich habe mir angewöhnt solche Verse und wichtige grundlegende Wahrheiten der Bibel auswendig zu lernen. Das hat für mich den riesigen Vorteil, dass ich sie mir auch aufsagen kann, wenn ich eben gerade den Herrn Jesus nicht so doll spüre. Das war beim Lesen der Broschüren heute der Fall.

Morgen ist ein Tag Pause und am Freitag gibts dann die Stammzelltransfusion. 🙂 Dann wird 14 Tage geguckt ob das alles so passt und die Stammzellen anwachsen und wieder gesunde Zellen produzieren. 🙂 Wenn die Werte sich gut entwickeln, dann darf nach 14 Tagen auch wieder nach Hause. Ist das nicht toll?

USB 3.2 war gestern heute ist ZVK

ZVK bedeutet Zentralvenenkatheter. Ich bin seit heute 22.02.2021 12:15Uhr auf Station in Tübingen und seit 17:45 Uhr Eigentümer eines Zentralvenenkatheters. Die Schnittstellen sind häufig alles im Leben.

Vielen Dank für alle Gebete in den letzten Jahren. Danke für jedes Geschenk, jede Überraschung und jeden Zeitvertreib. Das tut so gut, zu wissen, dass so viele Geschwister für mich und uns als Familie beten. Ihr seid ein Geschenk. Bitte entschuldigt auch, wenn ich es immer noch nicht schaffe, auf jede Nachricht und jeden Gruß zu antworten. Bitte betet besonders für die Ärzte und das Pflegepersonal und überhaupt für Krankenschwestern und Ärzte. Durch die aktuelle Situation mit Corona und den sowieso schon schwerkranken Patienten, arbeiten die hier unter erschwerten Bedingungen.

Das wird jetzt ein kurzer Beitrag, ich hoffe trotzdem alles wichtige unterbringen zu können.

Wie schon erwähnt, habe ich seit heute einen Zentralvenenkatheter. Der ist jetzt weniger für die Chemo interessant, denn diese könnte auch über einen „normalen“ Zugang am Arm gegeben werden. Der ZVK ist aber für Stammzelltransplantation wichtig, denn die Stammzellen würden bei dem normalen Zugang ins Gras beißen. Ich wurde im schicken Flatterhemd und im meinem Bett für diesen Zugang auf die Intensivstation gefahren, da die Ärzte dort mehr Erfahrung beim Legen der Zugänge haben. Der Weg von meiner Station zur Intensivstation ist der Gleiche wie in den Garten. Der ZVK wird unter einer örtlichen Betäubung gelegt. Wenn diese Betäubung wirkt, ist alles gut und man hat keine Schmerzen, außer ein dem Druckgefühl, wenn alles unter die Haut geschoben wird. Bei mir hat der Eingriff Schmerzen verursacht. Der Arzt hat sich wohl bei der örtlichen Betäubung verkalkuliert. Das ist nichts worüber man lange jammert. Er hat ein Medikament gespritzt, dann war Ruhe. Also nicht K.O., aber zumindest schmerzfrei. Es gibt einen interessanten Artikel bei Wikipedia zum Zentralen Venenkatheter.

Der Ablauf ist mal so angedacht. Am 23.02.2021 und am 24.02.2021 findet die Hochdosischemotherapie statt. Dann ist der 25.02.2021 ein Pausetag und dann findet die Stammzelltransplantation am 26.02.2021 statt. Dann heißt es warten und überwachen, ob die Stammzellen angenommen werden. Die Schwester sagte mir am telefon, ich solle bequeme Kleidung mitbringen, denn der größte Teil des Aufenthalts ist warten.

Ja, es gibt für die Chemotherapie und für Stammzelltransplantation auch Nebenwirkungen. Ich gehe jetzt nicht davon aus, dass ich welche davon bekomme, aber hier mal ein kleiner Auszug aus der Liste. Da wäre Haarausfall. Da brauchen wir nicht mehr drüber reden. Da geht noch was, das sind aber nur Feinheiten. Zwei weitere Nebenwirkungen sind Erbrechen und Durchfall. Der Arzt sagt: „Wir haben ein Arsenal an Medikamenten, so dass keiner mehr erbrechen muss.“ Müdigkeit und Schlappheit nach der Chemo sind auch häufig, da das Immunsystem nicht mehr existiert. Infektneigung. Da muss man sehr aufpassen und bei Fieber oder Entzündungen recht schnell reagieren zu können. Man könnte diese Chemo auch ohne Stammzelltransplantation durchführen, da wäre ich aber über Wochen oder Monate in Gefahr für Infektionen anfällig. Die Stammzelltransplantation ist daher sehr wichtig, hat aber die Nebenwirkung, dass ich allergisch reagieren könnte, auf das Medikament, welches zum Einfrieren verwendet wurde. Das wird sich zeigen. Hoffen und beten wir mal das es möglichst ohne Nebenwirkungen abgeht. Von Appetitlosigkeit hat keiner was gesagt 🙂

Mir gehts zur Zeit gut, ich habe nur noch leichte Schmerzen von dem Eingriff heute. Ich habe sonst keine Schmerzen und keine Einschränkungen. Morgen gehts los und dann wird sich zeigen wie es mir morgen Abend geht.

‚Und wenn du in Not bist, rufe mich an! / Dann will ich dich retten – und du wirst mich ehren!“‚

Psalmen 50:15 NBH

Die Schnittstelle ist nicht für die Chemotherapie von großer Bedeutung. Ich bedanke hier regelmäßig bei unseren Mitmenschen für die Gebete, die zu Gott bzw. zum Herrn Jesus gesprochen werden. Diese Menschen nutzen eine Schnittstelle die Gott den Menschen gegeben hat, obwohl wir Menschen Gott so häufig ablehnt. Das Gebet. Ich persönlich finde diese Schnittstelle super. Mit Gott kann ich reden, als wäre er neben mir. Die einfachste Schnittstelle die es gibt und die Schnittstelle mit der höchsten Qualität. Gott hört alles, noch besser als Alexa, Siri oder Google und sonst was. Er ist hier bei mir, da bin ich bin mir sicher, Gott hat alles gut geplant, und er kannte die Ablauf und das Ende schon bevor ich hier angekommen bin. Danke übrigens fürs Herfahren. Ich durfte zum Herrn Jesus beten, als der ZVK gelegt wurde und er war da. Ist das nicht super?

Das Warten nach der Stammzellsammlung

Anfang diesen Monats war ich in Tübingen zur Stammzellsammlung. Das war ein sehr erfolgreicher Prozess und ich war gespannt wie es weitergehen sollte.

Vielen Dank für alle Gebete! Das möchte ich an dieser Stelle wieder erwähnen. Wir werden durch eure Gebete gestärkt und getragen. Das spüren wir sehr. Vielen Dank für die Blumen.

Heute am 17.02.2021 habe ich alles gepackt und in Tübingen angerufen um meine genaue Ankunftszeit abzusprechen. Die Mitarbeiterin im Bettenmanagement sagte mir, dass sie keine Betten frei hat. Ich fahre voraussichtlich nicht am 18.02.2021 nach Tübingen. Der nächste Aufnahmetermin könnte am 22.02.2021 sein, oder doch am 18.02.2021. Das erfahre ich aber erst morgen früh.

Das Tübinger Krankenhaus ist Uniklinik und zusätzlich ist es das Kreiskrankenhaus des Kreises Tübingen. Aus diesem Grund hat es einen großen Einzugsbereich und so haben sie recht viele Patienten die über die Notaufnahme kommen und auch ein Bett oder intensivmedizinische Betreuung brauchen und so mehr Personal binden. So wurde es mir erklärt, auf meine Frage wie man dann die Behandlung planen soll, wenn doch alles vom Bett abhängt. Mir ist noch nicht ganz klar, wie meine Chemotherapie jetzt weiter geplant wird.

Jetzt sitze ich hier auf einem gepackten Koffer und warte auf den Anruf bzw. das freie Bett. Das kann am 18.02.2021 sein oder am 22.02.2021. So genau weiß das keiner.

Das ist schon komisch. Ich freue mich überhaupt nicht auf diese Behandlung, aber ich war und bin dennoch gefrustet, über die voraussichtliche Absage. Ich weiß Gott hat den besten Plan für mein Leben und IHM entgeht nichts. Auch nicht diese Verschiebung. Warum das jetzt so ist, weiß ich auch nicht, aber es nervt.

Ich weiß nicht, wann ich jetzt zur Chemotherapie fahren werde und ob ich den Koffer doch noch einmal auspacken muss. Wie es auch kommt, ich habe es nicht in der Hand. Ich versuche jetzt erstmal optimistisch zu werden, dass ich das Wochenende zu Hause verbringen kann und dann am Montag in aller Frische nach Tübingen fahren darf.

Denn ich weiß ja, was ich mit euch vorhabe‘, spricht Jahwe. ‚Ich habe Frieden für euch im Sinn und kein Unheil. Ich werde euch Zukunft schenken und Hoffnung geben.

Jeremia 29:11 NBH

Ich habe mir die Haare im Gesicht und auf dem Kopf entfernt, nachdem ich immer mehr Haare im Essen und auf dem Kopfkissen hatte. Seit diesem Zeitpunkt trage ich Mützen. Probiert das mal aus, das ist super warm im Bett und man friert auch nicht an den Ohren. Zur Zeit geht es mir recht gut und ich kann mich nicht beklagen.