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Bald ist es geschafft

Wenn es nach mir ginge, dann dürfte das ganze Procedere gerne schon fertig sein. Aber nach mit geht es nicht.

Im Kinderkalender war vorletzte Woche ein Vers der mir den Gedanken zum obigen Absatz wieder richtig neu geordnet hat.

„Meine Gedanken sind nicht wie eure Gedanken, / und eure Wege nicht wie meine Wege!“, spricht Jahwe.

Jesaja 55:8 NBH

Natürlich bitte ich den Herrn Jesus darum, dass alles gut vorbeigeht und ich die ganze Behandlung überstehe, aber ich weiß immer noch nicht, wozu das gut sein soll. Krebs ist ein echter Sch…(Entschuldigung für die Wortwahl)

Umso wichtiger ist es mir geworden, euch sooft es geht danke zu sagen. Danke! Danke für alle Gebete, jede mutmachende E-Mail, jede Chatnachricht oder jeden kurzen Anruf. Danke, dass ihr für uns als Familie und für mich betet. Das ist das Wichtigste was ihr tun könnt. Danke.

Mir geht’s zur Zeit wieder etwas besser. Ich habe mich letzte Woche zu Hause erholt, weil die Chemotherapie doch recht anstrengend ist. Ich war einfach nur platt. Zu den Nebenwirkungen kann ich berichten. Ich habe leichte Schmerzen und ein leichtes Kribbeln in den Füßen, meine Hände sind dagegen extrem trocken und die Haut kratzt. Ich könnte sicherlich mit den bloßen Händen Holz abschleifen, oder mich mit der flachen Hand an einem Hügel hochziehen, aufgrund der besseren Haftung, mit Handcremes lässt sich aber auch sowas aushalten. Ich nutze jetzt welche mit dem Inhaltsstoff Urea und wir wissen alle was Urea ist….

Die letzten 2-3 Wochen waren echt super, ich konnte ohne Schlafmittel schlafen. Jetzt gibt’s wieder Kortison und ich komme nicht so richtig in den Schlaf, selbst wenn ich die Tabletten 06:00 Uhr nehme. Was ich aber selbst festgestellt habe, Hopfen hat eine sehr beruhigende Wirkung auf mich 😴. Entspannt einzuschlafen ist für mich nämlich einfacher, als wenn ich aufgedreht bin. Keine Sorge, ich trinke nicht sehr viel Bier. Es schmeckt halt noch dazu. Die Ärzte in Tübingen sind der Meinung, dass sich auch diese Nebenwirkungen aber wieder legen.

Es gibt jetzt ein gesetztes Ende der ersten Chemotherapie und das ist am 24.12.2020 🎄🎄🎄. An diesem Tag bekomme ich meine letzte Spritze in Tübingen. 🙂 🙂 🙂

Ich bin wirklich gespannt zu erfahren, wozu ich unter anderem diese Krankheit bekommen habe. Vielleicht erfahre ich es noch in diesem Leben, sicher aber beim Herrn Jesus.

Ich wünsche allen Besuchern meines Blogs eine gesegnete und ruhige Adventszeit und eine friedliche Weihnachtszeit.

Advent Advent ein Lichtlein brennt

Advent bedeutet Ankunft. Die Adventszeit und Weihnachtszeit ist für mich die Zeit um mich auf das Kommen meines Herrn Jesus vorzubereiten und mich darauf neu zu freuen.

Ihr werdet ihn daran erkennen, dass ihr ein Kind findet, das in Windeln gewickelt in einer Krippe liegt.

Ihr werdet ihn daran erkennen, dass ihr ein Kind findet, das in Windeln gewickelt in einer Krippe liegt.“ Lukas 2:12 NBH

Auch in der Adventszeit muss ich mich untersuchen lassen und heute erwarte ich die Ankunft meiner Untersuchungen und bin gespannt was es für Ergebnisse gibt.

An dieser Stelle, sage ich: Danke. Danke für alle Gebete, jedes mutmachende Wort und jeden Trost.

Die Vorstellungen in meinem Kopf sind -wie jedesmal eigentlich- von „wir können nichts mehr finden“ bis hin zu „Herr Radisch bleiben sie Mal gleich sitzen, Sie werden abgeholt.“ Die Frage ob ich Angst habe, stelle ich mir auch ab und zu, da ich aber Angst anders empfinde als das was ich jetzt spüre, gehe ich nicht davon aus, dass ich keine Angst habe, bis jetzt. Ja, auch die Gläubigen haben Angst, nur haben die eine Hoffnung die trägt und jede Angst besiegen kann.

Ich habe euch das gesagt, damit ihr in meinem Frieden geborgen seid. In der Welt wird man Druck auf euch ausüben. Aber verliert nicht den Mut! Ich habe die Welt besiegt!

Ich habe euch das gesagt, damit ihr in meinem Frieden geborgen seid. In der Welt wird man Druck auf euch ausüben. Aber verliert nicht den Mut! Ich habe die Welt besiegt!“
Johannes 16:33 NBH

Jetzt ist es ganz anders. Ich weiß, ich bin getragen und ich weiß Gott macht keine Fehler. Das Gefühl geht zur Zeit in die Richtung, was bringt die Zukunft hier auf der Welt. Angst um mich selbst spüre ich gar nicht, da ich mir sicher bin, dass ich immer und auch schlimmsten aller Fälle in Gott geborgen bin. Mein Heiland trägt mich. Das klingt jetzt leicht geschrieben und theoretisch, aber es geht mir auch sehr gut, zur Zeit.
Mit diesem Wissen hat mir das Mittagessen in der Mensa in der Uni auch wieder sehr gut geschmeckt, denn es gab Wildschweingulasch mit Haselnussspätzle und Kürbischutney, dazu Salat und als Nachtisch Cappuccinomouse. Das war alles übelst lecker. 😋😋😋

In wenigen Minuten geht’s los, dann liege ich erstmal 45-60 Minuten. Ein absoluter Spass für mich. Ich und still liegen.

Im Wartebereich zum MRT bin ich wieder neu dankbar geworden. Einen Gesundheitszustand wie meinen eigenen haben, mit dem ich vollkommen zufrieden sein darf ist nicht selbstverständlich. Ich hatte zweieinhalb Stunden Verspätung und vor mir waren Notfälle und Narkosepatienten. Unter anderem war da ein kleiner Junge, der vielleicht 6 Wochen alt war und an Schläuchen zum MRT gefahren wurde. Da wurde ich neu dankbar für alles. Ich wusste nur es war ein Junge, weil die Schwestern ihn nach dem CT oder MRT den kleinen starken genannt haben. Ich habe ihn auch nur mit seiner Mama gesehen, die ihn in mehreren Decken gewickelt in die kalten Räume getragen hat. Da hält Gott ganz besonders seine schützende Hans drüber. Lasst die Kinder zu mir kommen…

Nach einem MRT von einer Stunde war ich dann fertig und durfte zum Schluss gleich noch zum Singen im Krankenhaus gehen. Da hat sich das Warten noch extra gelohnt. Lieder aus dem evangelischen Gesangbuch und aus Singen und Loben. Einfach reinkommen und mitsingen. Ganz bekannte Lieder. Die Krankenhausseelsorge macht eine sehr wichtige Arbeit.

Ich wünsche allen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit.