Musik- und Humortherapie

Mit meinen Beiträgen könnte man denken, dass es hier teilweise sehr lustig zu geht. Das tut es definitiv! Es soll aber nicht der Eindruck entstehen, dass es eine Spaßveranstaltung ist. Es ist eine Reha und ich bin dankbar dafür, dass ich hier sein darf und jetzt sogar noch länger bleibe.

Danke für alle eure Gebete und Anrufe und Post die ich hier erhalten durfte. Das weiß ich echt sehr zu schätzen.

Auch wenn es keine Spaßveranstaltung ist, klappt es menschlich doch super. Das liegt daran, dass wir alle offen mit den Erkrankungen umgehen, uns gegenseitig helfen und vorallem Zeit miteinander verbringen und zuhören, so dass es keinem langweilig wird. Es ist aber so, da wir alle irgendwie krank sind, gibt es kaum die Möglichkeit irgendetwas lustiges oder spaßiges zu machen. Wir sitzen in lockerer Runde zusammen und reden über früher. *ironie aus*. Unser Humor ist ehrlich, lustig, manchmal heftig, aber nie unter dem Niveau.

Am Ostermontag war die lange angekündigte Musik- und Humortherapie von Herr Dr. Peter Trunzer. Die Veranstaltung war in 2 Teile aufgeteilt. Im ersten Teil, gab es was für den Kopf mit Themen wie Atomausstieg oder Tschernobyl. Dieser Teil wurde gelockert mit Gedichten und Lieder einer längst vergangen Zeit (Ein Bett im Kornfeld beispielsweise). Der Herr Dr. Trunzer rezitiert Goethes Osterspaziergang aus Faust. Das hat er gut gemacht. Etwas mehr Anspruch als Ein Bett im Kornfeld

Das Video darf ich mit freundlicher Erlaubnis von Dr. Trunzer veröffentlichen.
Der zweite Teil war echt lustiges Kabarett, und es durfte gelacht. Herr Dr. Trunzer hat sich mit dem Thema Krebs lange beschäftigt, denn er war selbst Hodenkrebs erkrankt und hat die ganze medizinische Maschine von der Patientenseite aus erlebt und das mitten in seinem eigenen Studium. Ob die Abwesenheit von Betreuung und Ablenkung bei der Chemotherapie oder Rehabilitationsmaßnahmen der Grund für ihn war, als singender Chefarzt auf Tour zu gehen, weiß ich nicht. Es ist auch egal, denn es tat gut und es hat mich tatsächlich etwas vom Krebs abgelenkt.

Es ist nämlich zur Zeit auch so, dass ich die Schmerzmittel wieder mehr brauche, da es ohne grad nicht mehr so richtig geht. Ich bin in Gottes Armen in Sicherheit, auch wenn der Kopf natürlich sein eigenes Ding macht, denn eigentlich sollte ich schmerzfrei werden. Ich bin hier in sehr guten Händen und die TENS Geräte wirken auch super, zusammen mit Massagen und den Schmerzmitteln.

Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und unter Lasten stöhnt! Ich werde euch ausruhen lassen.
Matthäus 11:28 NBH

Der Vers ist mir heute neu wichtig geworden, und den möchte ich weitergeben. Etwas aus dem Zusammenhang gerissen, aber Jesus erklärt (mir) hier, in den Versen davor und danach, dass er alle Macht hat. Er kennt Gott und Gott kennt ihn, besser als kein anderer. Doch auch der Vers danach ist hart, denn wir sollen von Jesus lernen und ihm nachfolgen, dann findet unser Leben Erfüllung, denn Jesus will letztendlich, dass es uns gut geht. Er möchte mit uns Gemeinschaft sowohl hier auf der Erde, als auch nach dem Sterben. Das ist schon krass, was Jesus hier in drei oder vier Versen für mutmachende Worte sagt. Jesus ist der Chef(arzt) und er wird mich ausruhen lassen. Vielleicht werde ich ja wieder gesund und kann hier schon richtig ausruhen. Vielleicht auch nicht. Das alles und noch viel mehr, weiß Gott und ich kann mich einreihen in die Herde. Er ist der gute Hirte.

Sport zum Start

Weißt du es denn nicht, / oder hast du es noch nie gehört? / Jahwe ist ein ewiger Gott, / der die ganze weite Erde schuf. / Er wird nicht müde, seine Kraft lässt nicht nach / und seine Weisheit ist unerschöpflich tief.
Jesaja 40:28 NBH

Den Vers habe ich gelesen, kurz nachdem die Familie wieder abgefahren ist. Gott weiß alles(!) auch was mir hier gut tut. Das macht Mut!

Ich musste mich erstmal motivieren, hier wieder mal etwas zu schreiben. Aber jetzt, nach eine halben Stunde schwimmen ist sie da, die Motivation.

Vielen Dank für die Gebete im letzten halben Jahr und die ganzen treuen Anrufer, E-Mail und Chat-Kontakte. Ihr könnt euch sicher nicht vorstellen, wie gut es tut, dass ihr da seid und euch bei uns meldet. Danke auch für alle Süßigkeiten und Leckereien. Ich faste nicht und habe jedes Stück genossen. Das ich oft so selten antworte, liegt nur an meiner persönlichen Motivation Faulheit. Entschuldigung bitte.

Ich bin gut in die Reha gestartet. Meine Familie hat mich hier abgeliefert und das Zimmer besichtigt. Es wurde von allen für gut befunden, weil man auf dem Bett toben konnte. Am Donnerstag war Anreise und dann nach dem Mittagessen ging es zur medizinische Aufnahme mit Therapiebesprechung und erste Schritte in der Schmerztherapie. Nach dem Arzttermin war die Aufnahme in der Pflege. Danach war noch Hausführung und dann nichts mehr.

Ich fühle mich ungeheur fit und sportlich, sobald ich diese Schuhe trage, dachte ich mir so, nach dem ich sie zugebunden hatte. Es ist ein Gefühl!

Am Freitag ging es morgens 09:00Uhr los mit „medizinische Trainingstherapie“. Ich dachte mir nichts schlimmes dabei, und fand mich im Fitnessstudio wieder. Mein Lieblingsort! Schulter-, Oberschenkel-, Arm- oder Rückenübungen sind doch locker machbar, hörte ich mich noch sagen. War es auch, bis heute morgen. 🙂 Als ich den Therapeuten fragte ob ich Muskelkater bekomme, obwohl ich aufgewärmt bin, sagte er nur, das kommt auf ihre Fitness an mit der wir hier starten und grinst. Heute morgen ist da ein Muskelkater von einem anderen Stern… Wo? Überall! Wie gesagt, Gott weiß alles!

Gestern sollte ich schwimmen und nach dem Seminar „Einführung in die Reha“ von Hr. Dr. Trunzer ging es zur Krankengymnastik. Dabei hat der Therapeut festgestellt, dass ich komplett verspannt bin und das vom Nacken bis in die Kniekehle. Danach war für mich Feierabend. Heute ging es dann zu 3h Standführung, denn die Ärztin sagte, lange und viel draussen bewegen. Ich bin eigentlich kein Typ für Stadtführungen, aber es war cool. Da ich mich allgemein mehr bewegen soll, nehme ich ab jetzt keinen Aufzug mehr, denn vier Etagen sind zu Fuß gut machbar.

unverändert

Ich habe heute den Befund der letzten Untersuchungen erhalten. Das Warten hat ein Ende.

Vielen Dank für alle Gebete und jedes mutmachende Wort in letzter Zeit. Die Warterei ist echt nicht ohne.

Die Befunde ergaben aber nichts neues. Keine neuen Tumore/Metastasen/Läsionen. Die bekannten Stellen sind weiterhin da. Mein Blutbild ist auch in Ordnung (so in Ordnung, wie es mit einem Plasmozytom eben sein kann). Das sind mal richtig gute Nachrichten, finden die Ärzte und ich.

Es werden weitere Untersuchungen folgen, denn die Schmerzen sind ja noch da. Wenn die Schmerzen nicht wären, würde es mir richtig gut gehen.

Geduld

Ich habe heute morgen eine (weitere) Untersuchung hinter mich gebracht. Mein Plan war, dass ich danach zu einem persönlichen Gespräch gehe und erfahre, woher die Schmerzen kommen. Wie gesagt, es war mein Plan. Ich fahre jetzt ohne Befund Heim.

Ich möchte mich an dieser Stelle für alle Gebete und Aufmunterungen bedanken.

Jetzt darf ich wieder auf einen Befund warten und mich „entspannt“ zurücklehnen. Es ist wie bei meinen Matheklausuren im Studium, ich habe geliefert und jetzt liegt es in Gottes Hand.

Er rief: „Hört her, ihr Judäer, ihr Einwohner von Jerusalem und du, König Joschafat! So spricht Jahwe zu euch: ‚Habt keine Angst und erschreckt nicht vor dieser großen Masse! Denn das wird nicht euer Kampf sein, sondern es ist Gottes Sache!
2. Chronik 20:15 NBH

Ich weiß nicht, was raus kommt aber ein positiver Befund wäre echt top. Das warten ist echt blöd, aber besser so, als mit einer übereiligen oder falschen Diagnose wieder zu gehen.

Die erste Woche zurück im Dienst

Jetzt ist die erste Arbeitswoche vorbei. Ich war wieder arbeiten und ich habe es echt genossen. Es war schön die Kollegen wiederzusehen und zu merken, dass ich im Beruf auch gebraucht werde. Klar es war für mich anstrengend, aber jetzt ist Wochenende und ich habe es ganz deutlich gespürt, Gott schenkt Kraft und Energie und er gibt sie reichlich, daher habe ich den Vers auch oben angestellt. Im Büro habe ich es etwas langsamer angehen lassen, damit ich nicht gleich wieder ausfalle. Es hat aber alles funktioniert.

Danke auch allen, die für uns beten und uns so toll unterstützen und immer wieder neu Mut machen, im Glauben auf den Herrn Jesus zu schauen.

Die Frage nach meinem Befinden, kann ich so beantworten. Körperlich habe ich wieder mehr Schmerzen, trotz ausreichend Ruhe am Abend und in der Nacht, aber sonst geht es mir gut.

Eine kleine Änderung gibt es noch, die Klinik in Tübingen hat meinen, für mitte März geplanten CT-Termin um einen Monat vorgezogen. Aufgrund der Schmerzen soll ich sicherheitshalber früher da hin. Die Devise ist, besser früher abklären, warum die Schmerzen größer werden, als zu spät.

Meine Hilfe kommt von Jahwe, / dem Schöpfer von Himmel und Erde.
Psalmen 121:2 NBH

Gott ist groß!

Noch eine Handvoll Termine

Heute habe ich einen früheren Termin bekommen, denn heute ist unsere Weihnachtsfeier.

Vielen Dank für jede Nachricht, jeden Kommentar und natürlich für jedes Gebet. Manchmal denke ich mir, ich nerve mit den täglichen Danksagungen, aber dieser Zusammenhalt und die Fürbitten sind nicht selbstverständlich und ich finde es sehr wichtig Danke zu sagen. Ob ich nerve ist mir eigentlich auch egal, denn es ist niemand gezwungen diesen Blog zu lesen.

Es gibt seit gestern Abend wieder leichte Schmerzen, aber mit einer kleinen Dosis Schmerzmittel sind die sehr gut wegzubekommen.

Nach der heutigen Bestrahlung habe ich den Ltd. MTRA gleich mal gefragt, wofür die schwarzen namenlosen Anhängeschilder sind, die alle am orangen T-Shirt tragen. Die Schilder werden beim Betreten des Bestrahlungsraumes (Ich nenne es mal liebevoll Bunker, denn der Raum ist einfach dicht.) gescannt und eingecheckt und beim Verlassen des Bunkers wieder ausgecheckt. Die Geräte lassen sich nur starten, wenn kein Schild eingecheckt ist. Er meinte, das Einchecken klappt reibungslos und lächelt. Das ist cool und dient dem Mitarbeiterschutz. Es ist sicher ungesund, wenn die Mitarbeiter der Strahlung ausgesetzt werden würden, die ich zur Zeit bekomme. Da hat sich einer Gedanken gemacht.

Jetzt geht’s in den Endspurt mit den Bestrahlungen und vor Weihnachten bin ich komplett durch und mit den Terminen fertig.

Eine positive Nachricht

Es ist zwar schon spät, aber diese gute Nachricht muss ich einfach berichten.

Ich war gestern (Samstag, 02.12.2017) den ganzen Tag schmerzfrei. Gott sei Dank, und das meine ich wirklich so.

Vielen Dank für alle Gebete, Gespräche und mutmachenden Nachrichten bis hier her.

Ich wünsche einen schönen und gesegneten Sonntag.

Die 5. Runde

Dieser Beitrag beginnt mit Dank! Danke für den Beistand und die Gebete.

Zuerst einmal, die Bestrahlung heute lief gut, aber jetzt kommt eine Nebenwirkung, die echt unangenehm ist. Ich habe wahrscheinlich einen Sonnenbrand in der Darmregion. Also ein innerlicher Sonnenbrand. So hat es mir der Arzt im MVZ erklärt. Er hat sich die bestrahlte Stelle angesehen. Die sieht sehr gut aus. Dieser ist echt schmerzhaft(zusätzlich zu den anderen Schmerzen), aber nicht für immer und nicht tödlich. Ich bin dankbar für den aktuellen Stand! Morgen bekomme ich dagegen Medikamente. Das sind wahrscheinlich Darmaufbaupräparate. Ich lege mich jetzt hin und Ruhe mich aus. Sonst geht es mir nämlich ganz gut.

die 4. Bestrahlung ist vorbei

Zuerst einmal vielen Dank für die mutmachenden Worte und die Gebete. Damit fange ich immer gerne an, weil es mir wichtig ist.

Heute gegen 17:20Uhr war ich wieder im medizinischen Versorgungszentrum Esslingen (MVZ). Es war heute der erste „kurze“ Termin. Kurz bedeutet, dass es erstmals kein Kontroll-CT gab. Dementsprechend kurz wird dieser Beitrag werden.

Ich war nach 15 Minuten wieder raus aus der Umkleidekabine. Ich habe schon beim auf den Tischsetzen gemerkt, dass weniger Schmerzen da sind. Es gab deutlich weniger Druckschmerzen und das ist ein Grund für Dankbarkeit. Ich vermute jetzt mal als Laie, dass es damit zusammenhängt, dass der Tumor bereits kleiner geworden ist. Gott sei Dank!
Ich habe auch keine Nebenwirkung, außer die Müdigkeit. Ich gönne mir jetzt deutlich mehr Ruhe als früher. Kurz zusammengefasst: Es gibt keine Nebenwirkungen und ich fühle mich heute allgemein besser. Ob die aktuelle schmerzfreiheit über den morgigen Tag hin anhält, weiß ich nicht.

Ich bin ja ein medizinisch Unkundiger, aber in einem Aushang im MVZ gibt es im Pressebereich eine tolle Erklärung, wie das Bestrahlen funktioniert. Ich verlinke das hier einfach mal.