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Lachs

Meine Reha ist in vollem Gange und ich möchte die Gelegenheit nutzen, hier mal wieder etwas zu schreiben. Da ich wieder einmal nicht schlafen kann, nutze ich jetzt die „freiwerdende“ zusätzliche Zeit um hier etwas zu berichten.

Ich möchte nicht, dass es abgedroschen klingt, weil ich mich am Anfang jedes Beitrags für die Gebete bedanke. Es ist nicht selbstverständlich und ich weiß, dass so viele für uns beten und in ihren persönlichen Andachten oder in stillen Zeiten an uns denken. das tut gut und freut uns und mich persönlich sehr. Dankesschön!

Ich habe es schon bei einigen am Telefon bzw. in persönlichen Chats erwähnt, soviel Sport wie ich in den letzten 2 Wochen hier gemacht habe, habe ich im ganzen letzten Jahr nicht gemacht. Im September bzw. Oktober bekam ich die Diagnose Plasmozytom (Link zur Chronik). Mir wurde kurz nach der Diagnose am geraten Sport zu treiben, aber dass habe ich nicht umgesetzt. Im Nachhinein war das ein Fehler.

Ich habe hier erkannt, dass Sport wohl für den Rest meines Lebens ein fester Bestandteil sein wird, auch wenn ich zur Zeit noch ein kleiner Sportmuffel bin. Ich werde jetzt regelmäßig laufen gehen und Gymnastik machen. Der Grundstein dafür ist zumindest mal gelegt.

Zu den Sportangeboten gab es auch psychologische Gesprächsgruppen, in denen Fragen Stressbewältigung und zum Umgang mit psychischen Belastungen einer solchen Diagnose.

Was gibt Ihnen Kraft mit Ihrer Krebsdiagnose fertig zu werden? Ich glaube der Herr Jesus trägt mich hier durch und ich bin mir sicher, dass er mit dieser Krankheit in meinem Leben keine Fehler macht. Zudem gibt es Menschen in Gemeinden und in meiner Familie die mir immer wieder Mut machen nicht aufzugeben.

Es ist schon krass, wenn Du Gott bittest ein Zeugnis für IHN sein zu dürfen und dann gibt er Dir mit dieser Frage eine Steilvorlage und auch den Mut sie zu verwandeln.

Eine Reha hat natürlich auch den sozialen Aspekt. Ich bin mehr oder weniger unter Leidensgefährten und anderen Betroffenen. Ich merke auch, da bin ich nicht alleine und wer mich etwas kennt, weiß ich finde recht schnell Kontakt. Aus diesem Grund habe ich mit einem Teil meiner Gruppe bei einem Kochkurs mitgemacht und habe mich dort einem Lebensmittel gestellt, welches ich vorher nicht gegessen habe. Nicht Linsen!* Lachs in Form eines Lachs-Mango-Aufstrichs, welcher von mir vorbereitet wurde. In einer Reha muss man sich auch seinen Ängsten und Abneigungen stellen.

Rezept für 4 Personen

+200gr Räucherlachs
+1 reife große Mango

Mango vom Kern und von der Schale befreien zusammen mit dem Lachs zerkleinern (pürieren). Fertig! Das ist übelst lecker. 🙂 Ist ja klar, denn ich habe den Aufstrich gemacht. Das war nur ein kleiner Teil des 5-Gänge-Osterbrunchs.

Doch damit ist das soziale Angebot natürlich nicht am Ende. Neben Mal- und Töpferkursen wird jeden mittwochabend ein Linedance-Kurs für Anfänger angeboten. Früher habe immer gedacht Linedance ist was für bekloppte. Ich bin dabei. Der Linedance ist ein Einzeltanz und hat ziemlich viele Schritte. Tanzen im Allgemeinen braucht ja recht viel Körperbeherrschung und Taktgefühl, was bei mir beides nicht so sehr ausgeprägt ist. Aus diesem Grund bin ich nach dem ersten Tanz mit einer 16-Schritt-Folge auch ausgestiegen. Aber es macht echt viel Spass und ich gehe da wieder hin. Wer sich jetzt nichts darunter vorstellen kann, kann gerne die Suchmaschine seiner Wahl nutzen und Filme dazu angucken. Das sind die mit Westernhüten auf dem Kopf.

Am Karfreitag und Ostermontag finden ganz normale Behandlungen statt. So ist am Ostermontag Musik- und Humortherapie mit Herr CA Dr. Trunzer. Alle Mitarbeiter die man so trifft sagen, das ist ein Muss! Der Chef liest den Osterspaziergang.

Im Kopf bin ich scheinbar immer noch nicht durch mit dem Thema. Irgendwo hängt es noch und ich weiß nicht wo. Ich kann zur Zeit nicht mehr schlafen. Das Bett ist sehr bequem, sportlich bin ich auch gut ausgelastet aber gegen 21:00Uhr bin ich fit, trotz Schlafmittel. Ich hoffe das sich das noch in den Einzelgesprächen lösen lässt, sonst wird der Alltag echt anstrengend. Ich versuche es jetzt nochmal mit schlafen. Ich hoffe sehr darauf, jetzt an Ostern ein bisschen abschalten und alleine sein zu können.

Heute ist Karfreitag und in unseren (noch) christlichen Kreisen gedenken wir dem Tod und der Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus. Im Lukasevangelium Kapitel 19 ab Vers 28 und im Kapitel 22 findet man die Begebenheit.

Ich wünsche ein gesegnetes besinnliches und friedliches Osterfest.

Jahwe ist gut, eine sichere Zuflucht in Zeiten der Not. Er kennt die, die Schutz bei ihm suchen.

Nahum 1:7 NBH

*(1. Mose 25, 29-34)

Geduld

Ich habe heute morgen eine (weitere) Untersuchung hinter mich gebracht. Mein Plan war, dass ich danach zu einem persönlichen Gespräch gehe und erfahre, woher die Schmerzen kommen. Wie gesagt, es war mein Plan. Ich fahre jetzt ohne Befund Heim.

Ich möchte mich an dieser Stelle für alle Gebete und Aufmunterungen bedanken.

Jetzt darf ich wieder auf einen Befund warten und mich „entspannt“ zurücklehnen. Es ist wie bei meinen Matheklausuren im Studium, ich habe geliefert und jetzt liegt es in Gottes Hand.

Er rief: „Hört her, ihr Judäer, ihr Einwohner von Jerusalem und du, König Joschafat! So spricht Jahwe zu euch: ‚Habt keine Angst und erschreckt nicht vor dieser großen Masse! Denn das wird nicht euer Kampf sein, sondern es ist Gottes Sache!
2. Chronik 20:15 NBH

Ich weiß nicht, was raus kommt aber ein positiver Befund wäre echt top. Das warten ist echt blöd, aber besser so, als mit einer übereiligen oder falschen Diagnose wieder zu gehen.

Eben-Eser

Heute war der letzte Tag der Bestrahlung und das bedeutet, dass ich fertig bin. Ich brauche nicht mehr zur Bestrahlung. Die Schmerzen müssten jetzt auch nachlassen. Ich wiege genauso viel, wie zu Beginn der Bestrahlung, obwohl ich zwischendurch mal wieder gut zugelegt hatte und wieder über 90Kg hatte. Jetzt steht wieder eine 8 davor. Aber ich bin mir sicher, über die Feiertage geht das schnell wieder hoch. Ich fühle mich trotz allem recht fit, nehme den Krebs aber nicht auf die leichte Schulter, denn der ist auch immer noch eine tödliche Erkrankung. Das bestätigen die Ärzte, wenn man danach fragt. Zum Glück kenne ich den, der den Tod überwunden hat, persönlich.

Die Ärzte beim MVZ waren sehr erfreut, dass meine Schmerzen soweit schon besser sind und es mir so gut geht. Gott ist groß! Ich denke man sollte alles im Leben mit dem nötigen Ernst betrachten, besonders so etwas gefährliches.

Jetzt möchte ich mal einen großen Dank an alle Beter schicken. Danke! Das Gebet als Waffe zu nutzen ist eine tolle Sache. Meine Familie und ich haben uns immer getragen gefühlt. Danke auch an das Strahlentherapieteam des MVZ. Ihr seid absolut super. Der Rest steht in der Karte an euch. Danke an alle die für uns gekocht, gebacken und uns mit Paketen beschenkt haben. Das war echt cool.

Nachdem Israel (das Volk Gottes) die Bundeslade wieder im Land hatte und sie „verstaut“ war, haben sich die Israeliten wieder gegen Gott gestellt. Dann klagten sie ihr Leid dem Richter Samuel. Er sagte sie sollten alle Götzen aus ihrer Mitte wegbringen und sich an einem bestimmten Ort zum Gebet versammeln. An diesem Ort, wollte Samuel für die Menschen bei Gott einstehen (also beten). Das wiederum hörten die Feinde Israels und zogen gegen diesen Ort und brachten sich in Stellung zum Krieg. Die Israeliten bekamen Angst und sagten dem Richter, er solle weiter für sie zu Gott reden und bitten. Die Feinde Gottes wurden durch das Gebet in die Flucht geschlagen, weil Gott bei Samuel war und sein Gebet erhört hat. Sie kamen auch nicht mehr zurück, so sehr waren sie gezeichnet.
In dieser Situation stellte Samuel einen Stein als Zeichen auf und nannte den Ort Eben-Eser, was soviel bedeutet wie „Bis hierher hat uns Jahwe geholfen.“
Das ganze steht so in der Bibel im Buch 1. Samuel 6-7 im alten Testament (1. Teil der Bibel)
Da ich immer wieder Verse gepostet habe, dachte ich mir, ich schreibe einmal den Hintergrund zu dem Vers, der mir heute wichtig geworden ist.

Zur Erinnerung daran stellte Samuel einen Stein zwischen Mizpa und Schen auf. „Bis hierher hat Jahwe geholfen“, sagte er und nannte ihn Eben-Eser, Stein der Hilfe.
1. Samuel 7:12 NBH

Gott allein hat uns für diese Zeit vorbereitet und uns fit für die Bestrahlung und den Krebs gemacht. Er hat uns auch durchgetragen. Er allein kann mich heilen, wenn er möchte. Er ist bis jetzt hier und wir rechnen auch mit ihm in der Zukunft.

Seit dem Beginn der Bestrahlung am 16.11.2017 habe ich mich nicht mehr rasiert. 🙂 Das wollte ich selbst so, denn die Bestrahlung sollte man auch außen sehen. Und man sieht sie.

Hier mal ein kleiner Vorher-Nacher-Vergleich. Dazwischen liegen 25 Bestrahlungen und 5 Wochen.

Mir wurde gesagt: „Dein Bart sieht unglaublich gut aus Marcus! Er verleiht Dir Verwegenheit, Anmut und Eleganz.[..]“

Der Blog bleibt bis auf Weiteres natürlich bestehen und sollte es etwas zu berichten geben, schreibe ich hier.