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Zirkeltraining ist keine Geometrie

Ich möchte mich zuerst einmal für alle Gebete, Nachrichten, Anrufe und Grüße auch während der Zeit in der Reha bedanken. 🙂

Nachdem am Karfreitag hier (ganz normal) Behandlungen stattgefunden haben, bin ich also für das Bewegungsbad um 10Uhr eingeplant gewesen. Ich finde das höchst effektiv und relativ anstrengend. Unser Turbotrainer kommt dabei aber auch schon mal mit einem Lächeln in Schwimmhalle und fragt: „Habt ihr euch schön warm gemacht? Nein, also dann nehmen wir uns an der Hand und bilden einen Kreis im Becken und laufen in eine Richtung los. Am besten so schnell dass in der Mitte ein Strudel entsteht.“ Er freut sich sichtlich, wenn wir es tatsächlich probieren und dabei wie angestochen durchs Becken zu rennen versuchen.

Wir machen dabei echt anstrengende Übungen gegen den Wasserdruck. Natürlich ist man im Wasser leichter, aber das ausgestreckte Bein aus dem Wasser zu heben, wenn man bis zur Brust im selbigen steht ist hart. Absaufen ist da vorprogrammiert, denn der Gleichgewichtssinn wird durch das Wasser nicht verbessert, bei mir zumindest nicht. Arme und Beine Kreisen und Strecksprung aus dem Wasser oder der „Tanz mit der Poolnudel“ sind unsere Übungen.

Da ich ja nun für die 10:00Uhr-Einheit geplant war, gab es eine Terminkollision mit dem Gottesdienstbeginn in der feg Bad Rappenau zum dem ich gerne gehen wollte. So bin ich zu unserem Trainer und Bademeister gegangen und habe ihm meinen Plan erläutert eine Stunde früher zum Bewegungsbad zu gehen. Er war einverstanden, da er an dem Tag sowieso jedes Training betreut. Was ich überhört hatte war, dass die 09:00Uhr Einheit „Bewegungsbad für Frauen nach Brust-OP“ hieß. Die Quote war 25:1.

Nach dem Gottesdienst und dem Mittagessen habe ich mich zu einer Einheit Pro Fit Fitnesstraining hinreißen lassen. Gleicher Trainer, gleiches Lächeln und der Satz: „Sie kennen Zirkeltraining wahrscheinlich nur aus der Schule. Ich erkläre es Ihnen.“ Ich habe vermutet, dass es sich um ein leichtes Bewegungstraining am Nachmittag vom Karfreitag handelt und wir etwas am Terraband oder so üben. Zirkeltraining ist zum schwitzen da. 8 Stationen, Terraband, Hanteln, Gehegeturnen, Peziball, Stepper, Bodenübungen, Medizinball und Gleichgewichtsübungen. Zuerst waren es 30 Sekunden pro Station mit 30 Sekunden Pause und das war eine Runde zum Aufwärmen. Anschließend waren es 45 Sekunden Pro Station mit 30 Sekunden Pause. Ganz ähnlich wie beim Stuhltanz zum Kindergeburtstag, solange die Musik läuft Sport machen und dann wechseln. es war extrem anstrengend aber es hat auch echt Spaß gemacht. Das die Stationen im Kreis aufgebaut werden, ist auch das einzige, was Zirkeltraining mit Geo zu tun hat.

Morgen ist aber Ostersonntag und da ist dann echt frei. Keine Trainings aber Gottesdienst und dann chillen. Am Ostermontag geht’s aber dann direkt wieder los, morgens sportliche Einheiten und Abends dann die „Pflichtveranstaltung“ Musik- und Humortherapie mit CA Dr. Peter Trunzer. Die Suchmaschine gibt dazu einiges an Informationen Preis. Da Herr Dr. Trunzer selbst Krebspatient gewesen ist und damit im Bilde ist, wie sehr sich Menschen verändern, weiß er auch, dass Humor wahrscheinlich auch ein ganzes Stück zur Heilung beiträgt.

Der Themensprung vom Humor zum Kreuz auf Golgatha ist recht schwierig oder unmöglich, deshalb mache ich es eiskalt.

Morgen ist Ostern. An Ostern starb vor gut 2000 Jahren der Herr Jesus Christus -Gottes einziger Sohn- für unsere Schuld am Kreuz. Er war komplett unschuldig und wurde trotzdem echt schmerzhaft hingerichtet. Er hat es sogar vorher gewusst und hat selbst seinen eigenen Verräter nicht davon abgehalten. Er ist auch nicht in die neutrale Schweiz geflüchtet oder hat Feuer vom Himmel fallengelassen. Er hat das aus purer Liebe getan, um einen Weg zurück zu Gott zu schaffen, für uns. Hallo? Am Ende war er von allen verlassen. Alle haben ihn verlassen, auch der gerechte Gott selbst. Es gab nur noch wenige Freunde und geheilten Menschen die dann da waren.

Er hätte vom Kreuz heruntersteigen können, hat es aber aus Liebe zu uns nicht getan. Super oder?

Jesus Christus hat die gesamte Schuld der Menschheit und alles andere ans Kreuz getragen und ist dafür gestorben, denn das alte Gesetz sieht vor, dass es ein reines und makelloses Opfer sein musste. Das war ER. Zum Glück ist er wieder auferstanden und ist zu seinem Vater zurückgekehrt. Vorher hat er sich noch seinen Jüngern und Anhängern gezeigt, Gemeinde gegründet, Menschen los geschickt und Christenverfolgung vorausgesagt. Das ist das Fest, was wir Christen an Ostern feiern. Genießt es, es ist ein Privileg für den Menschen zu Gott gehen zurückgehen dürfen, das haben wir uns weder erarbeitet noch verdient.

Denn so hat Gott der Welt seine Liebe gezeigt: Er gab seinen einzigen Sohn dafür, dass jeder, der an ihn glaubt, nicht ins Verderben geht, sondern ewiges Leben hat.
Johannes 3:16 NBH

Eben-Eser

Heute war der letzte Tag der Bestrahlung und das bedeutet, dass ich fertig bin. Ich brauche nicht mehr zur Bestrahlung. Die Schmerzen müssten jetzt auch nachlassen. Ich wiege genauso viel, wie zu Beginn der Bestrahlung, obwohl ich zwischendurch mal wieder gut zugelegt hatte und wieder über 90Kg hatte. Jetzt steht wieder eine 8 davor. Aber ich bin mir sicher, über die Feiertage geht das schnell wieder hoch. Ich fühle mich trotz allem recht fit, nehme den Krebs aber nicht auf die leichte Schulter, denn der ist auch immer noch eine tödliche Erkrankung. Das bestätigen die Ärzte, wenn man danach fragt. Zum Glück kenne ich den, der den Tod überwunden hat, persönlich.

Die Ärzte beim MVZ waren sehr erfreut, dass meine Schmerzen soweit schon besser sind und es mir so gut geht. Gott ist groß! Ich denke man sollte alles im Leben mit dem nötigen Ernst betrachten, besonders so etwas gefährliches.

Jetzt möchte ich mal einen großen Dank an alle Beter schicken. Danke! Das Gebet als Waffe zu nutzen ist eine tolle Sache. Meine Familie und ich haben uns immer getragen gefühlt. Danke auch an das Strahlentherapieteam des MVZ. Ihr seid absolut super. Der Rest steht in der Karte an euch. Danke an alle die für uns gekocht, gebacken und uns mit Paketen beschenkt haben. Das war echt cool.

Nachdem Israel (das Volk Gottes) die Bundeslade wieder im Land hatte und sie „verstaut“ war, haben sich die Israeliten wieder gegen Gott gestellt. Dann klagten sie ihr Leid dem Richter Samuel. Er sagte sie sollten alle Götzen aus ihrer Mitte wegbringen und sich an einem bestimmten Ort zum Gebet versammeln. An diesem Ort, wollte Samuel für die Menschen bei Gott einstehen (also beten). Das wiederum hörten die Feinde Israels und zogen gegen diesen Ort und brachten sich in Stellung zum Krieg. Die Israeliten bekamen Angst und sagten dem Richter, er solle weiter für sie zu Gott reden und bitten. Die Feinde Gottes wurden durch das Gebet in die Flucht geschlagen, weil Gott bei Samuel war und sein Gebet erhört hat. Sie kamen auch nicht mehr zurück, so sehr waren sie gezeichnet.
In dieser Situation stellte Samuel einen Stein als Zeichen auf und nannte den Ort Eben-Eser, was soviel bedeutet wie „Bis hierher hat uns Jahwe geholfen.“
Das ganze steht so in der Bibel im Buch 1. Samuel 6-7 im alten Testament (1. Teil der Bibel)
Da ich immer wieder Verse gepostet habe, dachte ich mir, ich schreibe einmal den Hintergrund zu dem Vers, der mir heute wichtig geworden ist.

Zur Erinnerung daran stellte Samuel einen Stein zwischen Mizpa und Schen auf. „Bis hierher hat Jahwe geholfen“, sagte er und nannte ihn Eben-Eser, Stein der Hilfe.
1. Samuel 7:12 NBH

Gott allein hat uns für diese Zeit vorbereitet und uns fit für die Bestrahlung und den Krebs gemacht. Er hat uns auch durchgetragen. Er allein kann mich heilen, wenn er möchte. Er ist bis jetzt hier und wir rechnen auch mit ihm in der Zukunft.

Seit dem Beginn der Bestrahlung am 16.11.2017 habe ich mich nicht mehr rasiert. 🙂 Das wollte ich selbst so, denn die Bestrahlung sollte man auch außen sehen. Und man sieht sie.

Hier mal ein kleiner Vorher-Nacher-Vergleich. Dazwischen liegen 25 Bestrahlungen und 5 Wochen.

Mir wurde gesagt: „Dein Bart sieht unglaublich gut aus Marcus! Er verleiht Dir Verwegenheit, Anmut und Eleganz.[..]“

Der Blog bleibt bis auf Weiteres natürlich bestehen und sollte es etwas zu berichten geben, schreibe ich hier.

Noch nicht ganz fertig

Heute war wieder Bestrahlung und ich war wieder sehr schnell fertig. Die Schmerzen sind mit Schmerzmittel jetzt erträglich geworden.

Vielen lieben Dank für jede Nachricht und alle Gebete. Die Zeit der Bestrahlung neigt sich dem Ende entgegen und ich weiß nicht wann und wo überall für mich und uns gebetet wurde. Ich habe sie zumindest deutlich gespürt. Gott ist groß und weiß um alles was mich betrifft. Es ist bei mir immer noch spannend. Ich freue mich auf das Ende und auf den Nachsorgetermin in 3 Monaten.

Doch ich, ich rufe zu Gott, / und Jahwe wird mir helfen.
Psalmen 55:17 NBH

Morgen geht’s dann zum das vorletzten Mal zur Bestrahlung. Ob diese ganze Strahlentherapie wirklich etwas gebracht hat, zeigt sich erst später. Mir wurde mehrfach gesagt, dass in 3 Monaten eine Veränderung zu sehen sein müsste. Erst muss das tote Tumorgewebe vom Körper (also von mir) verarbeitet werden, und komplett weg sein. Wobei komplett ein ziemlich harter Begriff ist. Es muss eine Narbe zurückbleiben. Von außen ist eine Narbe von der Biopsie zu sehen. Die innere Narbe werde ich wohl nicht zu sehen bekommen.