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Es geht mir gut

Heute möchte ich einmal kurz berichten, wie es mir so geht, da ich wieder häufiger angefragt, bzw. angeschrieben wurde.

Vielen Dank für alles Nachfragen alles und an mich bzw. an uns denken. Das tut gut und das beruhigt, wenn man weiß es betet jemand für dich, wenn du es selbst nicht mehr kannst.

Die Erde brachte frisches Grün hervor, alle Sorten samentragender Pflanzen und jede Art von Bäumen mit samenhaltigen Früchten. Gott sah es an: Es war gut.
1. Mose 1:12 NBH

Gott hat die Pflanzen gemacht und hat sie angesehen und gesagt, es war gut. Beim Betrachten der ganzen Schöpfung und des Menschen hat er in der gleichen Situation gesagt, es war sehr gut. Nachlesen lässt sich das im 1. Mose 1 Vers 31 in der Bibel.

Alles was Gott in meinem Leben getan und gelassen hat, ist sehr gut.

Ich habe jetzt einige Zeit verstreichen lassen, bevor ich hier wieder etwas schreibe. Das liegt daran, dass ich mich nicht dauernd in den Mittelpunkt stellen möchte. Ich habe Krebs. Viele andere haben auch Krebs, an die denkt keiner. Die sitzen zur Zeit in Erholungsheimen, oder an der Chemotherapie, oder liegen im Sterbebett, denn Krebs ist und bleibt lebensbedrohlich.

Mir geht es gut, denn ich lebe. Ich darf meiner Arbeit nachgehen und mich am Sommer 2018 freuen und hier schreiben. Ich habe aktuell weniger Schmerzen und versuche die Schmerzmittel weiter zu reduzieren, um eventuelle mal wieder ganz ohne Schmerzmittel auszukommen. Ich habe auch wieder einiges abgenommen, dem ich jetzt mit ausreichend Schokolade und reichlich Essen entgegenwirke. Das klappt ganz gut und schmeckt mir. low carb 😂 nicht mit mir.

Ich bin zur Zeit ziemlich müde und nach einem langen Tag auch nicht mehr fähig irgendetwas anderes zu tun, außer zu schlafen. An diesen Umstand habe ich mich bereits gewöhnt, so dass ich nicht mehr so verwirrt bin, wenn ich spontan auf dem Sofa einschlafe. In einem Moment recht fit im nächsten tief schlafend für ein paar Minuten. Irgendwann gibt sich das vielleicht mal wieder.

Im August geht es wieder nach Tübingen, um alle möglichen Werte zu überprüfen und zu beraten wie es dann weiter geht.

Ich bedanke mich an dieser Stelle bereits einmal für die ganzen Gebete und Gedanken, wenn es nach den Laboruntersuchungen in die einwöchige Wartezeit geht.

Musik- und Humortherapie

Mit meinen Beiträgen könnte man denken, dass es hier teilweise sehr lustig zu geht. Das tut es definitiv! Es soll aber nicht der Eindruck entstehen, dass es eine Spaßveranstaltung ist. Es ist eine Reha und ich bin dankbar dafür, dass ich hier sein darf und jetzt sogar noch länger bleibe.

Danke für alle eure Gebete und Anrufe und Post die ich hier erhalten durfte. Das weiß ich echt sehr zu schätzen.

Auch wenn es keine Spaßveranstaltung ist, klappt es menschlich doch super. Das liegt daran, dass wir alle offen mit den Erkrankungen umgehen, uns gegenseitig helfen und vorallem Zeit miteinander verbringen und zuhören, so dass es keinem langweilig wird. Es ist aber so, da wir alle irgendwie krank sind, gibt es kaum die Möglichkeit irgendetwas lustiges oder spaßiges zu machen. Wir sitzen in lockerer Runde zusammen und reden über früher. *ironie aus*. Unser Humor ist ehrlich, lustig, manchmal heftig, aber nie unter dem Niveau.

Am Ostermontag war die lange angekündigte Musik- und Humortherapie von Herr Dr. Peter Trunzer. Die Veranstaltung war in 2 Teile aufgeteilt. Im ersten Teil, gab es was für den Kopf mit Themen wie Atomausstieg oder Tschernobyl. Dieser Teil wurde gelockert mit Gedichten und Lieder einer längst vergangen Zeit (Ein Bett im Kornfeld beispielsweise). Der Herr Dr. Trunzer rezitiert Goethes Osterspaziergang aus Faust. Das hat er gut gemacht. Etwas mehr Anspruch als Ein Bett im Kornfeld

Das Video darf ich mit freundlicher Erlaubnis von Dr. Trunzer veröffentlichen.
Der zweite Teil war echt lustiges Kabarett, und es durfte gelacht. Herr Dr. Trunzer hat sich mit dem Thema Krebs lange beschäftigt, denn er war selbst Hodenkrebs erkrankt und hat die ganze medizinische Maschine von der Patientenseite aus erlebt und das mitten in seinem eigenen Studium. Ob die Abwesenheit von Betreuung und Ablenkung bei der Chemotherapie oder Rehabilitationsmaßnahmen der Grund für ihn war, als singender Chefarzt auf Tour zu gehen, weiß ich nicht. Es ist auch egal, denn es tat gut und es hat mich tatsächlich etwas vom Krebs abgelenkt.

Es ist nämlich zur Zeit auch so, dass ich die Schmerzmittel wieder mehr brauche, da es ohne grad nicht mehr so richtig geht. Ich bin in Gottes Armen in Sicherheit, auch wenn der Kopf natürlich sein eigenes Ding macht, denn eigentlich sollte ich schmerzfrei werden. Ich bin hier in sehr guten Händen und die TENS Geräte wirken auch super, zusammen mit Massagen und den Schmerzmitteln.

Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und unter Lasten stöhnt! Ich werde euch ausruhen lassen.
Matthäus 11:28 NBH

Der Vers ist mir heute neu wichtig geworden, und den möchte ich weitergeben. Etwas aus dem Zusammenhang gerissen, aber Jesus erklärt (mir) hier, in den Versen davor und danach, dass er alle Macht hat. Er kennt Gott und Gott kennt ihn, besser als kein anderer. Doch auch der Vers danach ist hart, denn wir sollen von Jesus lernen und ihm nachfolgen, dann findet unser Leben Erfüllung, denn Jesus will letztendlich, dass es uns gut geht. Er möchte mit uns Gemeinschaft sowohl hier auf der Erde, als auch nach dem Sterben. Das ist schon krass, was Jesus hier in drei oder vier Versen für mutmachende Worte sagt. Jesus ist der Chef(arzt) und er wird mich ausruhen lassen. Vielleicht werde ich ja wieder gesund und kann hier schon richtig ausruhen. Vielleicht auch nicht. Das alles und noch viel mehr, weiß Gott und ich kann mich einreihen in die Herde. Er ist der gute Hirte.

Sie sind der Herr des Verfahrens

Jetzt ist die erste Reha-Woche vorüber. Es ist bis jetzt sehr gut. Ich bin etwas fitter und sogar teilweise schmerzfrei. Alleine das Treppensteigen zeigt schon erste Erfolge. Die neuen Medikamente wirken gut und ich habe kaum Nebenwirkungen. Ich wiege jetzt noch mehr, dass liegt aber an dem Essen, das ist einfach zu gut. Selbst das vegetarische Essen ist Spitze :-).

Vielen Dank für alle Gebete, Anrufe, Briefe, Pakete und die ganze Unterstützung. Das tut so gut.

In der ersten Woche habe ich etwas wichtiges erkannt. Die Zeit in der Reha ist extra für mich gemacht und für niemanden anderes. Ich darf das genießen, ohne schlechtes Gewissen. Es ist auch einfach bitter nötig raus zu kommen und Abstand zu gewinnen, denn am 16.04.2018 geht’s schon wieder weiter mit einem MRT in Tübingen und weiteren Behandlungen. Das alles liegt dann nicht mehr in meiner Hand.

Bei allen Ärzten und Therapeuten gibt es deshalb die geflügelte Redewendung: Wir sind für Sie da und Sie sind der Herr des Verfahrens. Sie entscheiden was Ihnen gut tut. Als wenn der Mensch wüsste was ihm gut tut.

Da ich der Herr des Verfahrens bin, gab es am Sonntag – also gestern – erstmal ein leckeres Eis, denn an Sonntagen ist kein geplante Therapie im Gegensatz zu Karfreitag und Ostermontag. An diesen Tagen finden ganz normal Behandlungen statt. Am Sonntag waren wir bei der feg Bad Rappenau zu Gast. Ja wir, weil sich herausgestellt hat, dass hier zur Zeit noch mehr Christen „stationiert“ sind. Auch cool!

Jetzt geht’s in die Osterwoche und ich möchte die Gelegenheit nutzen, eine gesegnete Voroster- Osterzeit zu wünschen. Also allen eine gesegnete Zeit.

Doch Gott sei Dank! Durch Jesus Christus, unseren Herrn, gibt er uns DEN SIEG!
1. Korinther 15:57 NBH

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Vielleicht, fragt sie jemand, weshalb ich bei Versbildern immer noch den Vers in Textform mit poste. Ganz einfach weil es:

  1. Menschen gibt, die den Browser so eingestellt haben, dass keine Bilder geladen werden. Die lesen dann den Vers ohne das Bild zu benötigen.
  2. für Linux oder Mac sog. Text-Mode-Browser gibt. Diese funktionieren auf der Kommandozeile. Beispielsweise lynx. Auch diese Nutzer können so den Vers lesen.

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Das hier jeder der Angestellten für einen da ist, merkt man schnell und man kann auch direkt Einfluss auf die eigene Therapie nehmen. Ich habe ja zusätzlich noch eine Lähmung auf rechten Seite mit eingeschränkter Feinmotorik in der Hand. Um die Beweglichkeit zu fördern werde ich jetzt therapeutisch Häkeln. 🙂 Ja genau, das fördert die Feinmotorik. Zusätzlich zu anderen Greif- und Tastübungen. Man merkt also, hier wird der ganze Marcus angepackt und umgedreht. Zusätzlich zum körperlichen und kulinarischen Wohl gehört auch das Seelische. Dafür gibt’s Gesprächsgruppe und Einzeltherapien mit Psychologen und Seelsorgern. Das tut gut.