Schlagwort-Archive: Gott ist Helfer

Ein ganzes Jahr

Seit einem Jahr habe ich die Diagnose Krebs. Es ist echt krass, wie schnell die Zeit vergeht. Anfang September 2017 war ich das erste Mal wegen Rückenschmerzen beim Arzt. Damals war der Verdacht, ich hätte einen Bandscheibenvorfall. Rückblickend wäre mir diese Diagnose natürlich lieber gewesen, wenn ich wie König David hätte wählen können. „Aber ein selbstgewähltes Leiden ist kein Leiden, es kann sogar zur Freude werden.“ C.H. Spurgeon.

An der Stelle möchte ich mich wieder bedanken. Das letzte Jahr wurde Sturm gebetet. Danke dafür! Ich kann nach einem Jahr sagen, es geht mir wirklich gut. Ich habe viel weniger Schmerzen, und bin deutlich fitter geworden. Nur manchmal überkommt mich so eine extreme Müdigkeit, die ich jetzt mit einem geregelterem Leben versuche in den Griff zu bekommen.

Das letzte Jahr war ein Jahr voller Sorgen, Ängste, Nöte, Freuden und Gebetserhörungen. Ich habe neu gelernt, was es bedeutet Gott zu vertrauen und IHN machen zu lassen. Er hat schließlich alles in seiner guten Hand. Er macht keine Fehler, im Gegensatz zu uns. Oft versuchen wir doch unseren eigenen Kopf durchzusetzen und dann geht’s meistens schief.

Bei dem Thema der Krebsbehandlung habe ich mich aber in jeder Hinsicht beraten lassen und bin den Ratschlägen auch gefolgt, meistens zumindest. Das mit dem Sport ist ein dunkles Kapitel in meinem Leben. Daran muss ich noch arbeiten.

Danke an dieser Stelle nochmals für alle Hinweise, Ratschläge und Ermahnungen.

Was ich aber kann, ist es mir Zeiten für mich freizuhalten um die Sachen die mir durch den Kopf gehen weiter zuverarbeiten.

Alle Sorge werfet auf ihn; denn er sorgt für euch.
1. Petrus 5:7 DELUT

Das mit dem ‚bei Gott Abgeben‘ ist nicht einfach, aber man kann es üben und es wurde mir durch die Behandlung in Tübingen und Esslingen mehr oder weniger abgenommen. Bei Krebs hast du eben einfach nicht so viele Möglichkeiten für eine gute Behandlung. In meinem Fall war es bis jetzt die Bestrahlung und regelmäßige Kontrollen. Durch die Art meiner Krebserkrankung -dem solitären Plasmozytom- bin ich derzeit im Watch-and-Wait. Also bei mir heisst es beobachten und warten. Zur Zeit sind meine Werte top und wenn das so weiter geht, dann wird der Zeitraum der Untersuchungen um drei Monate verlängert, auf ein halbes Jahr. Dann darf ich nur noch zwei mal im Jahr in Tübingen zur Mensa gehen. Das Essen, was die da machen ist echt nicht von schlechten Eltern. 😋

Was das nächste Jahr bringt, weiß ich nicht, genau wie jeder andere. Aus diesem Grund genieße ich zur Zeit einfach jeden Tag neu.

„Wenn Gott den Kelch gibt, den wir trinken sollen, dann hat er auch jeden Tropfen gezählt, dessen können wir uns sicher sein“ C.H. Spurgeon

Der Alltag ist da

Fast einen Monat ist es her, dass ich etwas hier geschrieben habe. Jetzt möchte ich mich, auch im Namen meiner Frau und den Kindern, für die ganze Unterstützung und die Gebete bedanken. Wir wissen diese Unterstützung sehr zu schätzen, auch wenn wir den Umfang wahrscheinlich nicht ganz Ermessen können. Es ist sehr schön, wenn man nach unserem Wohlergehen fragt und wenn wir uns bei der Antwort auch einfach fallen lassen dürfen.

Doch die auf Jahwe hoffen, gewinnen neue Kraft. / Flügel wachsen ihnen wie den Adlern. / Sie laufen und werden nicht müde, / sie gehen und werden nicht matt.
Jesaja 41:31 NBH

Der obige Vers stimmt zu 100%, auch wenn ich den bereits am Nikolaustag im Blog hatte. Gott trägt uns durch diese Zeit. Jedesmal, wenn es irgendwie schlechter geht, oder uns alles zu viel wird, springt Gott an unserer Seite ein und hilft uns durch.

Meine Frau und die Kinder dürfen im April zur Kur um auch einen ordentlichen Abstand zu dem Krebs zu bekommen und um wieder fit zu werden, denn eine Krebserkrankung ist kein Kindergeburtstag. Die letzten 6 Monate haben echt an unseren Kräften gezehrt und die Reserven angefressen. Daher sind wir alle froh, wie das in der Kur sein wird.

Mir geht es derzeit recht passabel. Ich kann inzwischen mit den Schmerzen und den Gedanken umgehen. Ich habe mich an den Krebs gewöhnt, aber wir sind und werden keine Freunde werden. Er ist eher wie ein eingewachsener Zehennagel, schmerzhaft, nervig aber mit der Zeit erträglich.

Ich selbst darf ab Mitte März zur Reha und freue mich schon etwas darauf. Dann werde ich wahrscheinlich auch wieder zu „normalen“ Zeiten etwas schreiben.

Vielen Dank nochmal für alle Gebete. Betet bitte für die Zeit der Kur und für die Reha, dass wir alle 4 die Erholung bekommen, die wir so nötig haben bzw. betet für die Vorbereitung der Kur und die ganze Zeit drum herum.

Die erste Woche zurück im Dienst

Jetzt ist die erste Arbeitswoche vorbei. Ich war wieder arbeiten und ich habe es echt genossen. Es war schön die Kollegen wiederzusehen und zu merken, dass ich im Beruf auch gebraucht werde. Klar es war für mich anstrengend, aber jetzt ist Wochenende und ich habe es ganz deutlich gespürt, Gott schenkt Kraft und Energie und er gibt sie reichlich, daher habe ich den Vers auch oben angestellt. Im Büro habe ich es etwas langsamer angehen lassen, damit ich nicht gleich wieder ausfalle. Es hat aber alles funktioniert.

Danke auch allen, die für uns beten und uns so toll unterstützen und immer wieder neu Mut machen, im Glauben auf den Herrn Jesus zu schauen.

Die Frage nach meinem Befinden, kann ich so beantworten. Körperlich habe ich wieder mehr Schmerzen, trotz ausreichend Ruhe am Abend und in der Nacht, aber sonst geht es mir gut.

Eine kleine Änderung gibt es noch, die Klinik in Tübingen hat meinen, für mitte März geplanten CT-Termin um einen Monat vorgezogen. Aufgrund der Schmerzen soll ich sicherheitshalber früher da hin. Die Devise ist, besser früher abklären, warum die Schmerzen größer werden, als zu spät.

Meine Hilfe kommt von Jahwe, / dem Schöpfer von Himmel und Erde.
Psalmen 121:2 NBH

Gott ist groß!