Land in Sicht – wir verlassen die Reha-Insel

Jetzt beginnt die letzte Woche der Reha und damit die Abschlussuntersuchungen und letzten Trainingseinheiten.

Ich möchte mich für alle Gebete und Grüße bedanken. Das tut echt gut.

Ich kann ohne Jesus Christus nicht leben. Er gibt mir Kraft und Weisheit bei allem im Leben. Es ist doch letztendlich so, dass wir alle nicht wissen, was morgen passiert, aber mit Jesus Christus an meiner Seite, weiß ich, dass alles gut wird egal was passiert. Ohne dieses Sicherheit im Leben, würde ich verrückt werden! Ich nehme das jetzt so für mich an.

Ich bin sehr aufgeregt, auf den 16.04.2018, denn an diesem Tag ist die nächste Untersuchung in Tübingen und nur Gott weiß, was da raus kommt. Wenn ich es vorher wüsste, wäre es ja echt einfach, denn dann könnte ich etwas vorbereiten.

Ich mache ja in der Reha extrem viel Sport und Gymnastik und werde so körperlich kräftiger. Ich habe hier einen Trainer kennengelernt, der mich auch nach den Behandlungen und Trainingseinheiten berät, wie ich mich besser bewegen und fit werden kann.

Obwohl die Bestrahlung schon etwas zurück liegt und ich während der Reha deutlich an Sportlichkeit gewonnen habe, bin ich persönlich sehr beunruhigt, weil die Schmerzen mehr werden. Eigentlich war das anders geplant. Ich habe deswegen auch schon mit meinen Ärzten in Tübingen Kontakt aufgenommen.

Seht, ich wirke Neues! / Es wächst schon auf. / Merkt ihr es nicht? / Ich bahne einen Weg durch die Wüste, / lege Ströme in der Einöde an.
Jesaja 43:19 NBH

Die nächste Untersuchung entscheidet

Vielen Dank für die mutmachenden Worte und Nachrichten der letzten Zeit. Das tut uns gut. Danke, dass weiterhin für uns gebetet wird.

Ich bin jetzt wieder fit und darf bald wieder ins Büro.

Ich preise dich mit meinem Leben, / erhebe meine Hände zu dir im Gebet. Wie bei einem Fest machst du mich satt und froh. / Mit jubelnden Lippen preise ich dich.
Psalmen 63:5‭-‬6 NBH

Ich bin echt froh, dass es so ist wie es jetzt ist. Natürlich wäre es ohne Krebs auch schön, aber langsam lerne ich damit zu leben.

Ich habe wieder Schmerzen und muss deutlich mehr Schmerzmittel mitnehmen als noch vor ein paar Wochen. Jetzt bin ich richtig dankbar für die Schmerzmittel. Sowas ist jetzt echt goldwert.

An diesem Freitag bin ich außerplanmäßig in Tübingen, um mich deswegen nochmal untersuchen zu lassen. Ich hoffe sehr, dass die Untersuchung etwas ergibt, egal in welche Richtung der Befund dann letztendlich geht. Ich nehme alles aus Gottes Hand und bin gespannt, was er noch mit meiner Familie und mir vor hat.

langsam bergauf

Das Ende der Bestrahlung ist jetzt dreieinhalb Wochen her. Danke für die vielen Gebete, Messenger-Nachrichten, Postkarten, Briefe, Anrufe und das Nachfragen.

Denn die Wege des Menschen hat Jahwe im Blick, / auf seine Pfade gibt er acht. Sprüche 5:21

Nach dem  Ende der Bestrahlung hat sich mein Gesundheitszustand deutlich verändert. Die Ruhe und die Entspannung der letzten Tage hat echt gut getan, aber die Auszeit war auch wirklich bitter nötig. Die Schmerzen sind zwar noch nicht ganz weg, aber sie sind erträglich geworden, so dass ich nur noch bei Bedarf Schmerzmittel nehmen muss. Das ist ein echter Segen. Vielleicht werde ich bald wieder ganz schmerzfrei sein. Abwarten und vertrauen.

Ich werde aber versuchen am kommenden Montag wieder zu arbeiten. Das schlimmste ist nämlich derzeit mein eigener Kopf und der allgegenwärtige Krebs. Die Gedanken kreisen immer wieder um das gleiche Thema. Krebs hier, Krebs da, Krebs überall. Ich hoffe, dass mir das Arbeiten etwas Ablenkung bringt und ich den Kopf etwas frei bekomme. Das alles und noch viel mehr, liegt in Gottes Hand. Ich darf jetzt ganz ruhig werden und meine Gedanken und Sorgen bei ihm abladen. Er kennt mich besser, als jeder andere. Diese Einstellung und das Bewusstsein muss ich aber jeden Tag wieder neu lernen um nicht in den eigenen Sorgen und Gedanken zu versinken. Ich denke aber alles in allem geht es bergauf.

Im März geht es dann wieder nach Tübingen zur Kontrolle und ggf. zur Weiterbehandlung. Ein Reha zur Regeneration ist auch schon in Planung. Das Jahr bleibt also ziemlich spannend.

Eben-Eser

Heute war der letzte Tag der Bestrahlung und das bedeutet, dass ich fertig bin. Ich brauche nicht mehr zur Bestrahlung. Die Schmerzen müssten jetzt auch nachlassen. Ich wiege genauso viel, wie zu Beginn der Bestrahlung, obwohl ich zwischendurch mal wieder gut zugelegt hatte und wieder über 90Kg hatte. Jetzt steht wieder eine 8 davor. Aber ich bin mir sicher, über die Feiertage geht das schnell wieder hoch. Ich fühle mich trotz allem recht fit, nehme den Krebs aber nicht auf die leichte Schulter, denn der ist auch immer noch eine tödliche Erkrankung. Das bestätigen die Ärzte, wenn man danach fragt. Zum Glück kenne ich den, der den Tod überwunden hat, persönlich.

Die Ärzte beim MVZ waren sehr erfreut, dass meine Schmerzen soweit schon besser sind und es mir so gut geht. Gott ist groß! Ich denke man sollte alles im Leben mit dem nötigen Ernst betrachten, besonders so etwas gefährliches.

Jetzt möchte ich mal einen großen Dank an alle Beter schicken. Danke! Das Gebet als Waffe zu nutzen ist eine tolle Sache. Meine Familie und ich haben uns immer getragen gefühlt. Danke auch an das Strahlentherapieteam des MVZ. Ihr seid absolut super. Der Rest steht in der Karte an euch. Danke an alle die für uns gekocht, gebacken und uns mit Paketen beschenkt haben. Das war echt cool.

Nachdem Israel (das Volk Gottes) die Bundeslade wieder im Land hatte und sie „verstaut“ war, haben sich die Israeliten wieder gegen Gott gestellt. Dann klagten sie ihr Leid dem Richter Samuel. Er sagte sie sollten alle Götzen aus ihrer Mitte wegbringen und sich an einem bestimmten Ort zum Gebet versammeln. An diesem Ort, wollte Samuel für die Menschen bei Gott einstehen (also beten). Das wiederum hörten die Feinde Israels und zogen gegen diesen Ort und brachten sich in Stellung zum Krieg. Die Israeliten bekamen Angst und sagten dem Richter, er solle weiter für sie zu Gott reden und bitten. Die Feinde Gottes wurden durch das Gebet in die Flucht geschlagen, weil Gott bei Samuel war und sein Gebet erhört hat. Sie kamen auch nicht mehr zurück, so sehr waren sie gezeichnet.
In dieser Situation stellte Samuel einen Stein als Zeichen auf und nannte den Ort Eben-Eser, was soviel bedeutet wie „Bis hierher hat uns Jahwe geholfen.“
Das ganze steht so in der Bibel im Buch 1. Samuel 6-7 im alten Testament (1. Teil der Bibel)
Da ich immer wieder Verse gepostet habe, dachte ich mir, ich schreibe einmal den Hintergrund zu dem Vers, der mir heute wichtig geworden ist.

Zur Erinnerung daran stellte Samuel einen Stein zwischen Mizpa und Schen auf. „Bis hierher hat Jahwe geholfen“, sagte er und nannte ihn Eben-Eser, Stein der Hilfe.
1. Samuel 7:12 NBH

Gott allein hat uns für diese Zeit vorbereitet und uns fit für die Bestrahlung und den Krebs gemacht. Er hat uns auch durchgetragen. Er allein kann mich heilen, wenn er möchte. Er ist bis jetzt hier und wir rechnen auch mit ihm in der Zukunft.

Seit dem Beginn der Bestrahlung am 16.11.2017 habe ich mich nicht mehr rasiert. 🙂 Das wollte ich selbst so, denn die Bestrahlung sollte man auch außen sehen. Und man sieht sie.

Hier mal ein kleiner Vorher-Nacher-Vergleich. Dazwischen liegen 25 Bestrahlungen und 5 Wochen.

Mir wurde gesagt: „Dein Bart sieht unglaublich gut aus Marcus! Er verleiht Dir Verwegenheit, Anmut und Eleganz.[..]“

Der Blog bleibt bis auf Weiteres natürlich bestehen und sollte es etwas zu berichten geben, schreibe ich hier.

Auf der Zielgeraden

Heute war wieder Bestrahlung und es dauerte wieder etwas länger, da heute wieder das Raumschiff abgehoben ist (ich wurde geröntgt). Ich habe mich gefühlt wir Captain Kirk auf der Krankenstation der Enterprise.

Vielen Dank für die Gebete und jede Nachricht sowie jedes kurze Gespräch und jeden Brief 😉

Die Schmerzen sind mit Schmerzmitteln erträglich. Der Arzt meint, es ist normal, dass jetzt vereinzelt noch Schmerzen da sind.

Ja, Gott – sein Weg ist tadellos, / Jahwes Wort ist unverfälscht. / Ein Schild ist er für alle, / die Schutz bei ihm suchen.
Psalmen 18:31 NBH

Morgen geht’s zum Finale. Danach ist dann erstmal Schluss.

Noch nicht ganz fertig

Heute war wieder Bestrahlung und ich war wieder sehr schnell fertig. Die Schmerzen sind mit Schmerzmittel jetzt erträglich geworden.

Vielen lieben Dank für jede Nachricht und alle Gebete. Die Zeit der Bestrahlung neigt sich dem Ende entgegen und ich weiß nicht wann und wo überall für mich und uns gebetet wurde. Ich habe sie zumindest deutlich gespürt. Gott ist groß und weiß um alles was mich betrifft. Es ist bei mir immer noch spannend. Ich freue mich auf das Ende und auf den Nachsorgetermin in 3 Monaten.

Doch ich, ich rufe zu Gott, / und Jahwe wird mir helfen.
Psalmen 55:17 NBH

Morgen geht’s dann zum das vorletzten Mal zur Bestrahlung. Ob diese ganze Strahlentherapie wirklich etwas gebracht hat, zeigt sich erst später. Mir wurde mehrfach gesagt, dass in 3 Monaten eine Veränderung zu sehen sein müsste. Erst muss das tote Tumorgewebe vom Körper (also von mir) verarbeitet werden, und komplett weg sein. Wobei komplett ein ziemlich harter Begriff ist. Es muss eine Narbe zurückbleiben. Von außen ist eine Narbe von der Biopsie zu sehen. Die innere Narbe werde ich wohl nicht zu sehen bekommen.

22 – es geht doch

Heute war wieder Bestrahlung. Ich möchte mich für die Gebete und jede kleine und große Geste bedanken. Die Schmerzen werden wieder mehr, aber ich weiß sie jetzt zu nehmen. Jammern ist nicht, ich nehme das jetzt so an und bin mir sicher es wird irgendwann besser.

Ich spüre es deutlich ich gehe (mit der Bestrahlung) jetzt ganz schnell auf das Ende zu. Die Bestrahlung zeigt deutliche Erfolge. Es sind jetzt noch drei Bestrahlungstermine. Nach dem letzten Termin findet noch ein abschließendes Arztgespräch statt und ich erhalte Unterlagen für die Weiterbehandlung.

Heute war es soweit. Ich habe mich auf die Liege gelegt und bin 5cm nach oben gerutscht und lag direkt richtig. 😎😎😎 Das war ein cooles Gefühl. Es ging alles gut und ich war wieder sehr schnell fertig.

Unabhängig von allem ein kleines Adventbild.

Der Countdown läuft 4 3 2 1

Die Woche ist geschafft. 🙂 Ich bin glücklich, aber müde. Es war alles in Allem eine gute Woche. Die Erholung setzt zwar noch nicht ein, aber die Schmerzen werden weniger. Heute war der 21. Termin der Bestrahlung und damit bleiben noch vier Termine. Vielleicht bin ich ja nach der Bestrahlung doch komplett schmerzfrei. Doch ich bin mir bewusst, nach der Bestrahlung ist mitten in der Behandlung. Der Schritt für die Nachsorge ist zumindest mal gemacht.

Ich aber schaue aus nach Jahwe, / ich warte auf den Gott meines Heils. / Mein Gott wird mich erhören!
Micha 7:7 NBH

Vielen Dank für die ganzen Gebete, und jeden mutmachenden Vers oder jedes mutmachende Wort. 🙂 Sowas freut mich immer wieder.

Heute lief es wie am Fließband, ganz ohne Wartezeit. Ich bin ins MVZ gekommen und wurde direkt aufgerufen, ohne dass ich meine Jacke ausziehen konnte. Ich war nicht zu spät! Die Mitarbeiter haben eine Kamera, mit der sie den Wartebereich überwachen können.

Heute war wieder eine Röngtenrunde extra und dadurch war es wieder wie in einem Raumschiff. Hier wurden zwei Arme extra ausgefahren und die schwebten wie von Zauberhand um mich herum um die Bilder zu erstellen. Cool! Erst danach wurde erst die heutige Bestrahlung durchgeführt. Es lief ohne Probleme.

Noch eine Handvoll Termine

Heute habe ich einen früheren Termin bekommen, denn heute ist unsere Weihnachtsfeier.

Vielen Dank für jede Nachricht, jeden Kommentar und natürlich für jedes Gebet. Manchmal denke ich mir, ich nerve mit den täglichen Danksagungen, aber dieser Zusammenhalt und die Fürbitten sind nicht selbstverständlich und ich finde es sehr wichtig Danke zu sagen. Ob ich nerve ist mir eigentlich auch egal, denn es ist niemand gezwungen diesen Blog zu lesen.

Es gibt seit gestern Abend wieder leichte Schmerzen, aber mit einer kleinen Dosis Schmerzmittel sind die sehr gut wegzubekommen.

Nach der heutigen Bestrahlung habe ich den Ltd. MTRA gleich mal gefragt, wofür die schwarzen namenlosen Anhängeschilder sind, die alle am orangen T-Shirt tragen. Die Schilder werden beim Betreten des Bestrahlungsraumes (Ich nenne es mal liebevoll Bunker, denn der Raum ist einfach dicht.) gescannt und eingecheckt und beim Verlassen des Bunkers wieder ausgecheckt. Die Geräte lassen sich nur starten, wenn kein Schild eingecheckt ist. Er meinte, das Einchecken klappt reibungslos und lächelt. Das ist cool und dient dem Mitarbeiterschutz. Es ist sicher ungesund, wenn die Mitarbeiter der Strahlung ausgesetzt werden würden, die ich zur Zeit bekomme. Da hat sich einer Gedanken gemacht.

Jetzt geht’s in den Endspurt mit den Bestrahlungen und vor Weihnachten bin ich komplett durch und mit den Terminen fertig.

achtzehn

Danke für die Gebete, die lieben Grüße und Danke für alles was für mich und uns getan wird.

Es gab heute Sekt. Nicht für mich, die Mitarbeiter hatten einen Grund dafür. Deshalb gab es heute eine Wartezeit von ein paar Minuten, was mich als grundzufriedener Mensch nicht weiter stört, ich habe ja Amazon Prime offline Musik. 😉 Ich habe ja keinen Stress (mehr). Ich durfte dafür ein typisches Wartezimmerspektakel erleben. Meckern. Eine ältere Damen, deren Mann vor dem Krankenhaus im Parkverbot stand, hat sich aufgeregt. Die Dame hat sich nicht wieder eingekriegt und wollte ihre Sitznachbarn direkt zum Schimpfen animieren, mit den Worten: „[..]das war ja klar, wenn die (mit die, sind die Schwestern, Pfleger und das Fachpersonal gemeint) mit Sekt hier rumrennen, dass es da länger dauert. [..] Sehen Sie das auch so, dass sowas nicht geht?“ Ich war nicht ihr Sitznachbar und doch sowas geht und ich finde das völlig OK, wenn die Kollegen etwas zum Anstoßen haben, dann brauche ich doch nicht motzen.

Heute war ich das 18. Mal zur Bestrahlung und es lief alles glatt. Was nach 18 Mal leider immer noch nicht klappt, ist dass auf den Punkt genau hinlegen. Dann wird immer noch an mir rumgezupft, geschoben, gedrückt und gezogen. Das Ausrichten ist nämlich auch der eigentliche Grund für das Handtuch. Da kann man die Person sehr leicht hin- und herschieben. Ich kann ja noch 7 Mal üben, vielleicht klappt es dann beim letzten Mal. Das wichtigste ist, ich bin größtenteils schmerzfrei und genieße das sehr und danke Gott dafür, denn seit Juni war ich mit Schmerzen belastet. Das ist echt verrückt wie schnell man vergisst, wie Schmerzen sind. Selbst jetzt kann ich nicht mehr sagen, wie die Schmerzen von Juni bis ende November sich angefühlt haben. Woran liegt das, ich bin ja kein Mediziner? Ich finde dieses Vergessen ist ganz schön toll.

Jetzt gibts außerdem eine Chronik für den Krebs und ich habe eine neue Seite über mich verfasst, damit Fremde (mir unbekannte) Leser den Grund für diesen Blog kennen.