Die Suche beginnt

Vielen Dank für alle Gebete, jedes mutmachenden Wort und jedes Gespräch, jeden Chat oder E-Mail. Das macht uns als Familie echt Mut. Danke!

Gestern hat sich in Tübingen das Tumorboard getroffen und da wurde mein Fall besprochen. Ich habe drei kleine Tumore auf den Rippen und auf dem Schulterblatt rechts. Alles absolut schmerzfrei. Kein Vergleich zu 2017.

Das Ergebnis daraus und die damit verbundenen weiteren Schritte habe ich heute mitgeteilt bekommen.

Und werft in Demut alle eure Sorgen auf ihn, denn er sorgt sich um alles, was euch betrifft.
1. Petrus 5:7 NBH

Der aktuelle Stand ist so, dass es weder im Blut, im Wasser noch im Knochenmark irgendwelche unerwarteten Auffälligkeiten gibt. Die Veränderungen in Blutbild sind typisch für meinen Verlauf, aber zeigen nichts neues. Dazu ein Zitat aus dem Telefonat. „Das ist ein gutes Zeichen Herr Radisch.“

Diese Erkenntnis kann nämlich bedeuten, dass es letztendlich doch keine systemische Erkrankung ist, sondern eine andere tumoröse Neubildung.

Was das jetzt für die Behandlung bedeutet, wird von den nächsten Untersuchungsergebnissen abhängig gemacht. Bis jetzt gehen die Ärzte aber weiterhin von einer systemischen Erkrankung aus. Ich bin weiterhin richtig gespannt wie das hier weitergeht.

Ich werde jetzt noch mal geknochenmarkpunktiert und ich bekomme ein Ganzkörper-CT um diese Neubildungen genauer zu betrachten, die Radiologen wollen gerne was sehen. Die erneute Punktion soll den letzten Befund bestätigen oder widerlegen. Ich hoffe es wird bestätigt, denn dann wäre zumindest das klar. Es fehlt dann aber immer noch der Grund für die drei neuen Tumore. Die Suche beginnt. Wie die Behandlung aussieht ist also noch völlig offen.

Das ganze hier zu schreiben ist nicht so leicht, es war eine echt krasse Woche und am Ende eine mit vielen Gebetserhöhrungen. Man merkt, wenn man sich auf Gott verlässt, dass er einen trägt. Ich habe beispielsweise fast jede Nacht ruhig, tief und fest geschlafen. Das hat mich selbst etwas überrascht. Gott kann Wunder vollbringen. Soweit das neuste von mir.

Ein ganzes Jahr

Seit einem Jahr habe ich die Diagnose Krebs. Es ist echt krass, wie schnell die Zeit vergeht. Anfang September 2017 war ich das erste Mal wegen Rückenschmerzen beim Arzt. Damals war der Verdacht, ich hätte einen Bandscheibenvorfall. Rückblickend wäre mir diese Diagnose natürlich lieber gewesen, wenn ich wie König David hätte wählen können. „Aber ein selbstgewähltes Leiden ist kein Leiden, es kann sogar zur Freude werden.“ C.H. Spurgeon.

An der Stelle möchte ich mich wieder bedanken. Das letzte Jahr wurde Sturm gebetet. Danke dafür! Ich kann nach einem Jahr sagen, es geht mir wirklich gut. Ich habe viel weniger Schmerzen, und bin deutlich fitter geworden. Nur manchmal überkommt mich so eine extreme Müdigkeit, die ich jetzt mit einem geregelterem Leben versuche in den Griff zu bekommen.

Das letzte Jahr war ein Jahr voller Sorgen, Ängste, Nöte, Freuden und Gebetserhörungen. Ich habe neu gelernt, was es bedeutet Gott zu vertrauen und IHN machen zu lassen. Er hat schließlich alles in seiner guten Hand. Er macht keine Fehler, im Gegensatz zu uns. Oft versuchen wir doch unseren eigenen Kopf durchzusetzen und dann geht’s meistens schief.

Bei dem Thema der Krebsbehandlung habe ich mich aber in jeder Hinsicht beraten lassen und bin den Ratschlägen auch gefolgt, meistens zumindest. Das mit dem Sport ist ein dunkles Kapitel in meinem Leben. Daran muss ich noch arbeiten.

Danke an dieser Stelle nochmals für alle Hinweise, Ratschläge und Ermahnungen.

Was ich aber kann, ist es mir Zeiten für mich freizuhalten um die Sachen die mir durch den Kopf gehen weiter zuverarbeiten.

Alle Sorge werfet auf ihn; denn er sorgt für euch.
1. Petrus 5:7 DELUT

Das mit dem ‚bei Gott Abgeben‘ ist nicht einfach, aber man kann es üben und es wurde mir durch die Behandlung in Tübingen und Esslingen mehr oder weniger abgenommen. Bei Krebs hast du eben einfach nicht so viele Möglichkeiten für eine gute Behandlung. In meinem Fall war es bis jetzt die Bestrahlung und regelmäßige Kontrollen. Durch die Art meiner Krebserkrankung -dem solitären Plasmozytom- bin ich derzeit im Watch-and-Wait. Also bei mir heisst es beobachten und warten. Zur Zeit sind meine Werte top und wenn das so weiter geht, dann wird der Zeitraum der Untersuchungen um drei Monate verlängert, auf ein halbes Jahr. Dann darf ich nur noch zwei mal im Jahr in Tübingen zur Mensa gehen. Das Essen, was die da machen ist echt nicht von schlechten Eltern. 😋

Was das nächste Jahr bringt, weiß ich nicht, genau wie jeder andere. Aus diesem Grund genieße ich zur Zeit einfach jeden Tag neu.

„Wenn Gott den Kelch gibt, den wir trinken sollen, dann hat er auch jeden Tropfen gezählt, dessen können wir uns sicher sein“ C.H. Spurgeon