Der nächste Schritt in Gottes großem Plan

Aber der HERR ist immer noch größer.

Heute war wieder einer der Tage von denen man am Anfang nicht weiß, was am Ende steht. Wie jeden Tag eigentlich. Heute habe ich den aktuellen Befund der letzten Untersuchung in Tübingen erhalten.

Vielen Dank für Eure Gebete und jedes Gespräch und jedes mutmachende Wort.

Es sieht so aus, dass meine Blut-, Nieren-, und Abwasserwerte recht gut aussehen. Mir wurde nochmals mitgeteilt, dass man ohne Bildgebung nie auf neue Tumore/Läsionen gestoßen wäre. Ist Gott nicht großartig? Mein ganzes Leben und mein Wohlbefinden sieht nicht nach neuen Krebszellen aus. Ganz im Gegenteil. Und trotzdem ist der Krebs da. Es ist nun definitiv ein multiples Myelom, das lässt sich nicht mehr schönreden.

Heute durfte ich mich einer erneuten Knochenmarkpunktion unterziehen. Ich bin ja nicht zimperlich und kann Schmerzen gut wegatmen (Geburtsvorbereitungskurs), aber diesemal tat es echt richtig weh und ich habe dem durchführenden Arzt ganz schlimme Worte zugerufen. Das war heute nicht vergnügungssteuerpflichtig. Aber der Arzt hat einen schönen 2-3cm langen Zylinder rausgeholt. Da war ich schon ein bisschen stolz drauf. Daraus sollen jetzt weitere Werte ermittelt werden, welche die systemische Erkrankung weiter untermauern.

Da es mir sehr gut geht und ich keinerlei Einschränkungen oder Schmerzen habe, wird die Therapie aus Spritzen, Tabletten und Hochdosistherapie erst im Herbst beginnen.

Aktuell ist der Stand so, dass die Ärzte eine Chemotherapie in Kombination mit einer neuen Studie vorbereiten und planen. Hintergrund dieser Annahme ist, dass sich da an mindestens drei Stellen in den Knochen Zellen zusammenziehen die da nicht hingehören. Das vorläufige CT-Ergebnis von heute zeigt leider mehrere weitere Auffälligkeiten im Skelett und besonders der Wirbelsäule. Zur Zeit sprechen die Ärzte aus der medizinischen sowie der radiologischen Abteilung von fokalen Läsionen.

Das wirkt vielleicht sehr heilig und vielleicht stört sich der eine oder andere daran, aber dieses Lied kam mir spontan in den Sinn als ich die E-Mail aus Tübingen las. Ich stehe da nämlich überhaupt nicht locker drüber. Das zu lesen war echt sch… Mir ging das voll gegen den Strich. Ich habe mir was anderes gewünscht und ich habe ehrlich gehofft die Ärzte finden nichts und ich bekomme „lediglich“ eine Bestrahlung und keine Chemo. Aber wie so oft in irgendwelchen Predigten gehört, ist da ein Gott der über allem wacht.

Erde ist, / so weit reichen meine Gedanken über alles hinaus, was ihr euch denkt, / und meine Möglichkeiten über alles, was für euch machbar ist.
Jesaja 55:9 NBH

Wir als Familie sind dankbar für jedes Gebet, jede Unterstützung und jedes mutmachende Wort.

Die Suche beginnt

Vielen Dank für alle Gebete, jedes mutmachenden Wort und jedes Gespräch, jeden Chat oder E-Mail. Das macht uns als Familie echt Mut. Danke!

Gestern hat sich in Tübingen das Tumorboard getroffen und da wurde mein Fall besprochen. Ich habe drei kleine Tumore auf den Rippen und auf dem Schulterblatt rechts. Alles absolut schmerzfrei. Kein Vergleich zu 2017.

Das Ergebnis daraus und die damit verbundenen weiteren Schritte habe ich heute mitgeteilt bekommen.

Und werft in Demut alle eure Sorgen auf ihn, denn er sorgt sich um alles, was euch betrifft.
1. Petrus 5:7 NBH

Der aktuelle Stand ist so, dass es weder im Blut, im Wasser noch im Knochenmark irgendwelche unerwarteten Auffälligkeiten gibt. Die Veränderungen in Blutbild sind typisch für meinen Verlauf, aber zeigen nichts neues. Dazu ein Zitat aus dem Telefonat. „Das ist ein gutes Zeichen Herr Radisch.“

Diese Erkenntnis kann nämlich bedeuten, dass es letztendlich doch keine systemische Erkrankung ist, sondern eine andere tumoröse Neubildung.

Was das jetzt für die Behandlung bedeutet, wird von den nächsten Untersuchungsergebnissen abhängig gemacht. Bis jetzt gehen die Ärzte aber weiterhin von einer systemischen Erkrankung aus. Ich bin weiterhin richtig gespannt wie das hier weitergeht.

Ich werde jetzt noch mal geknochenmarkpunktiert und ich bekomme ein Ganzkörper-CT um diese Neubildungen genauer zu betrachten, die Radiologen wollen gerne was sehen. Die erneute Punktion soll den letzten Befund bestätigen oder widerlegen. Ich hoffe es wird bestätigt, denn dann wäre zumindest das klar. Es fehlt dann aber immer noch der Grund für die drei neuen Tumore. Die Suche beginnt. Wie die Behandlung aussieht ist also noch völlig offen.

Das ganze hier zu schreiben ist nicht so leicht, es war eine echt krasse Woche und am Ende eine mit vielen Gebetserhöhrungen. Man merkt, wenn man sich auf Gott verlässt, dass er einen trägt. Ich habe beispielsweise fast jede Nacht ruhig, tief und fest geschlafen. Das hat mich selbst etwas überrascht. Gott kann Wunder vollbringen. Soweit das neuste von mir.