Archiv für den Monat: Dezember 2017

Jetzt sind es noch 6 Termine

Heute war wieder Bestrahlung und ich habe es geschafft mich fast richtig hinzulegen. Sonst gibt es nichts besonderes zu berichten.

Ich bedanke mich für alle Gebete, die WhatsApp-, Skype-, und Threema-Nachrichten. Es ist schön zu spüren, wenn man von Anderen mit Gebeten und Gedanken getragen wird. Sowas hilft mir und uns sehr, diese Zeit zu überstehen. Ich weiß Gott ist da und hält mich fest.

Ich weiß ja nicht, was noch kommt, ob die Bestrahlung noch der angenehme Teil der Krebsbehandlung war, oder ob Gott noch eine Chemotherapie mit Knochenmarkspende für mich bereit hält. Darüber mache ich mir jetzt noch keine großartigen Gedanken. Die Schmerzen werden weniger und das ist ein guter Anfang, mein Blutbild und alles drumherum liegt in Gottes Hand. Ich warte jetzt mal auf den nächsten Termin an der medizinischen Klinik in Tübingen.

Musst du durchs Wasser gehen, bin ich bei dir, / und durch reißende Ströme – sie überfluten dich nicht. / Musst du durchs Feuer gehen, / wirst du nicht versengt, / diese Flamme verbrennt dich nicht.
Jesaja 43:2 NBH

Schritt für Schritt bis zum Ende oder zur Heilung je nachdem.

achtzehn

Danke für die Gebete, die lieben Grüße und Danke für alles was für mich und uns getan wird.

Es gab heute Sekt. Nicht für mich, die Mitarbeiter hatten einen Grund dafür. Deshalb gab es heute eine Wartezeit von ein paar Minuten, was mich als grundzufriedener Mensch nicht weiter stört, ich habe ja Amazon Prime offline Musik. 😉 Ich habe ja keinen Stress (mehr). Ich durfte dafür ein typisches Wartezimmerspektakel erleben. Meckern. Eine ältere Damen, deren Mann vor dem Krankenhaus im Parkverbot stand, hat sich aufgeregt. Die Dame hat sich nicht wieder eingekriegt und wollte ihre Sitznachbarn direkt zum Schimpfen animieren, mit den Worten: „[..]das war ja klar, wenn die (mit die, sind die Schwestern, Pfleger und das Fachpersonal gemeint) mit Sekt hier rumrennen, dass es da länger dauert. [..] Sehen Sie das auch so, dass sowas nicht geht?“ Ich war nicht ihr Sitznachbar und doch sowas geht und ich finde das völlig OK, wenn die Kollegen etwas zum Anstoßen haben, dann brauche ich doch nicht motzen.

Heute war ich das 18. Mal zur Bestrahlung und es lief alles glatt. Was nach 18 Mal leider immer noch nicht klappt, ist dass auf den Punkt genau hinlegen. Dann wird immer noch an mir rumgezupft, geschoben, gedrückt und gezogen. Das Ausrichten ist nämlich auch der eigentliche Grund für das Handtuch. Da kann man die Person sehr leicht hin- und herschieben. Ich kann ja noch 7 Mal üben, vielleicht klappt es dann beim letzten Mal. Das wichtigste ist, ich bin größtenteils schmerzfrei und genieße das sehr und danke Gott dafür, denn seit Juni war ich mit Schmerzen belastet. Das ist echt verrückt wie schnell man vergisst, wie Schmerzen sind. Selbst jetzt kann ich nicht mehr sagen, wie die Schmerzen von Juni bis ende November sich angefühlt haben. Woran liegt das, ich bin ja kein Mediziner? Ich finde dieses Vergessen ist ganz schön toll.

Jetzt gibts außerdem eine Chronik für den Krebs und ich habe eine neue Seite über mich verfasst, damit Fremde (mir unbekannte) Leser den Grund für diesen Blog kennen.

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68% der gesamten Bestrahlung sind geschafft. Toll oder? Ich bin größtenteils schmerzfrei und kann mich auch wieder besser bewegen. Es wirkt also! Vielen Dank für jede Unterstützung bis hierher. Danke für die Gebete, für Threema-, Signal- oder WhatsApp-Nachrichten oder für jeden Anruf. Danke auch für die leckere Verpflegung 🙂 .

Übrigens meine ich, dass die Leiden der jetzigen Zeit im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns sichtbar werden wird, überhaupt nicht ins Gewicht fallen. Römer 8:18 NBH

Wieder ein Vers der mir beim Lesen neu Mut gemacht hat, die ganze Krebsbehandlung so durchzustehen. Leicht ist das nicht und hin und wieder denke ich auch: „Wofür ist das Ganze wohl gut?“ Diese Frage werde ich erst beantwortet bekommen, wenn ich meinem Schöpfer gegenüber stehe. Bis es soweit ist mache ich alles „einfach“ mit, auch wenn es schon irgendwie nervt. Ich kann den Worten von Jürgen Werth nur zustimmen. Es gab bis jetzt wenige Situationen in denen ich Gott sehr nahe war (meist zur Bekanntgabe der Ergebnisse meiner Matheklausuren). So nah wie jetzt, war ich Gott noch nie und ich kann sagen, es ist ein ziemlich gutes Gefühl. Ich habe jetzt einen -für mich radikalen- Schritt getan und habe beruflich erstmal die Handbremse voll angezogen. Jetzt muss ich erstmal wieder fit werden, und zu Kräften kommen. Das positive daran ist, es ist viel weniger Stress, denn ich habe gemerkt, bei Stress und Belastung kommen die Schmerzen recht schnell wieder. Ich mache jetzt Mal ganz langsam